Alexanderroman

Als Alexanderroman werden die romanhaften antiken und mittelalterlichen Biographien Alexanders des Großen (356–323 v. Chr.) bezeichnet.

Überblick

Die ersten literarischen Verarbeitungen des Lebens Alexanders entstanden kurz nach seinem Tod. Neben den Werken der Alexanderhistoriker kursierten auch bald romanhafte Erzählungen, die sich binnen recht kurzer Zeit großer Popularität erfreuten. Sie stellten Alexander als Eroberer und Weltenherrscher dar und wurden fälschlicherweise Kallisthenes, dem (später allerdings hingerichteten) Hofhistoriker Alexanders, zugeschrieben (daher auch bisweilen die Bezeichnung Pseudo-Kallisthenes). Sie unterschieden kaum zwischen Fakten und Legenden. Zunächst wohl überwiegend mündlich überliefert, wurden sie später auch schriftlich festgehalten.

Es gibt vier antike Fassungen: Sie werden mit den griechischen Buchstaben α, β, γ und ε bezeichnet. Die Existenz einer fünften, verlorenen Fassung δ wird vermutet, um die Abweichungen in der syrischen Version aus dem 6. Jahrhundert zu erklären.

Die älteste lateinische Version ist die des Iulius Valerius Polemius vom Beginn des 4. Jahrhunderts. Sie beruht auf der Fassung α. Eine weitere aus griechischen Quellen kompilierte lateinische Version, die dann als Vorlage für zahlreiche Nachdichtungen diente, stammt von Leo von Neapel aus dem 10. Jahrhundert. Es gibt noch eine Fassung λ, die nach 700 aus β durch Interpolationen entstand. Weiterhin existieren einige kleine Papyrusfragmente und eine Inschrift auf Stein, die zu Datierungszwecken herangezogen werden.

Im 12. Jahrhundert entstanden in Europa die ersten volkssprachlichen Fassungen. Hierzu zählen vor allem drei französische Fassungen, die in der Literaturgeschichte unter dem Titel Romans d'Alexandre laufen: Die erste war die des Albéric de Pisançon, die nur als Fragment erhalten ist (105 achtsilbige Verse) und wohl um 1120 entstand. Sie bildete um 1130 die Vorlage für das deutsche Alexanderlied des Pfaffen Lamprecht. Eine weitere, ebenfalls nur fragmentarisch überlieferte französische Fassung (785 Zehnsilbler) wurde von einem unbekannten Autor um 1150 verfasst. Die dritte wurde gegen 1180 von Alexandre de Bernay geschrieben und umfasst in rd. 16.000 Zwölfsilblern (Alexandrinern) die gesamte Vita des Protagonisten. Sie wurde in der Folgezeit von unbekannten Autoren erweitert und von anderen in Prosafassungen umgeschrieben, die bis gegen 1500 gelesen wurden und auch noch als Drucke Verbreitung fanden. Um 1285 verfasste Ulrich von Etzenbach einen deutschen Alexanderroman in 30.000 Versen am Prager Hof König Wenzel II. von Böhmen.

Der Alexanderroman in seinen verschiedenen Versionen war im Mittelalter neben der Bibel das bekannteste und am weitesten verbreitete Buch in Europa (z. B. auch in der englischen, slawischen sowie altnordischen Literatur). Im Orient (besonders in der syrischen Literatur) verbreitete sich der Alexander-Stoff bereits früher. Auch in Literaturen der islamischen Welt fand er einen Widerhall, darunter im Alexander-Buch des persischen Dichters Neẓāmī aus dem 12. Jahrhundert.

Inhalt

Der Pfaffe Lamprecht hat als Textgrundlage den Roman d’Alexandre verwendet. Der Roman beginnt mit der Beschreibung der Geburt Alexanders während eines starken Unwetters. Die Erde bebte überall und die Sonne verfinsterte sich. Schon in seinen ersten Lebensjahren entwickelt er sich schneller als gleichaltrige Kinder. In jungen Jahren erreicht er durch viele Lehrer, die ihn in Künsten, Naturwissenschaften, Recht und Kampfeskunst ausbilden, Klugheit, Tapferkeit und Tüchtigkeit. Einer seiner Lehrer ist Aristoteles. Mit zwölf Jahren zähmt er das grausamste und ungestümste Pferd Griechenlands, was ihm ersten Ruhm einbringt. Von da an ist das Pferd sein treuer Gefährte. Mit fünfzehn Jahren strebt er nach Größerem und will sein Reich vergrößern. Er besiegt Nicolaus, König von Caesarea, und schenkt die eroberte Krone seinem Vater. Lysias, der Alexanders Vater zum Ehebruch mit seiner geliebten Mutter überredete, schlägt er im Streit die Zähne aus.

Von da an strebt Alexander nach immer größerer Macht und lässt dies in allen Landen durch Boten verkünden. Er fordert die Unterwerfung anderer Reiche, was einige erzürnte. Insbesondere die Tyrer haben keinerlei Respekt vor dem jungen, noch unbekannten Alexander. Daraufhin lassen sie Alexanders Boten hängen. Dieses wiederum erzürnt Alexander dermaßen, dass er auszieht, Tyrus zu bezwingen. Nach erheblichen Verlusten befiehlt er, den Kampf abzubrechen. Nach noch größeren Verlusten schlägt er sie jedoch später mit Hilfe von griechischem Feuer. Ein Flüchtling aus Tyrus berichtet Darius, dem König von Babylon, die Geschehnisse, worauf dieser Tribut von Alexander fordert. Alexander verweigert jedoch diesen Tribut, woraufhin Darius ihm den Krieg erklärt und einen seiner Herzöge auffordert, gegen Alexander zu kämpfen. Es folgt eine große Schlacht, bei der Alexander im ersten Zweikampf mit Mennes, dem Herzog des Darius, verliert, aber am Leben bleibt. Nachdem er sich erholt hat, tötet er ihn in einem zweiten Kampf. Daraufhin bittet Darius immer mehr Völker, ihn im Krieg gegen Alexander zu unterstützen. Aus allen Landen eilten 630.000 Mann zu Hilfe. Zu diesem Zeitpunkt erfährt Alexander von der Krankheit seiner Mutter und begibt sich auf den Heimweg. Dort wird er wiederum in eine Schlacht verwickelt, die er gewinnt. Nach der Gesundung seiner Mutter stellt er in Griechenland ein neues Heer auf und begibt sich zurück nach Persien. Auf dem Weg zu Darius schlägt er viele große Schlachten und zerstört viele große Städte, die Darius untergeben waren. Dabei endet die Schlacht gegen die Lakedämonier vorerst unentschieden und wiederum mit Hilfe des griechischen Feuers gewinnt er aber schließlich auch gegen diese. Daraufhin kommt es zu einer ersten Schlacht mit den Truppen des Perserkönigs. Dabei nimmt Alexander seine Familie gefangen.

In einer folgenden Kampfpause schleicht Alexander als Bote zu Darius, wird aber erkannt, woraufhin er fliehen muss. Daraufhin ziehen die Griechen in eine erneute Schlacht mit den Persern. Nach einem großen Kampf sind die Truppen des Darius besiegt. Große Verzweiflung macht sich in seinen Ländern breit. Er flüchtet und bittet den siegreichen Alexander um Milde, indem er ihm seine Ländereien und Schätze anbietet. Alexander lehnt jedoch das Friedensangebot ab, da ihm diese nach gewonnener Schlacht ohnehin inne sind. Darius bittet dann König Porus von Indien um Hilfe. Dieser folgt der Bitte und entsendet Truppen. Währenddessen wird Darius von zwei, ihm einst untergeben Fürsten getötet, die darauf hoffen, Alexanders Gunst zu erlangen. Alexander beklagt jedoch den ehrlosen Mord an Darius und schwört Rache. Nach der Beerdigung seines toten Feindes verkündet Alexander Frieden in seinem neuen Reich, entdeckt die Verräter und tötet sie. Anschließend nimmt Alexander die Tochter des Darius zur Frau. Dies hatte ihm der sterbende König zugesagt. Am Hochzeitstage erreicht ein Bote von König Porus die Feierlichkeit und erklärt Alexander den Krieg. Alexander versammelt sein Heer, um in einer großen Schlacht mit riesigen Verlusten auf beiden Seiten gegen die Inder zu kämpfen. Alexander bietet Porus, um sein Heer vor noch größeren Verlusten zu bewahren, einen Zweikampf an. Alexander tötet den ihm körperlich deutlich überlegenen Porus schnell im Zweikampf. Die Schlacht aber entfacht grausamer als zuvor aufs Neue und letztlich kann Alexander seine Griechen zum Sieg über die Inder führen. Nach dem Begräbnis Porus’ zieht Alexander weiter. Er kommt nach Occidratis und trifft dort auf ein friedliches Naturvolk. Alexander will ihre Gastfreundschaft belohnen. Ihr einziger Wunsch jedoch ist unendliches Leben, woraufhin Alexander erzürnt das Volk verlässt. Es folgt ein beschwerlicher Weg durch Berge und Sümpfe und nach großen Strapazen erreicht er mit seiner Gefolgschaft das Ende der Welt. Von dort schreibt er einen Brief an seine Mutter, in dem er von einer wundersamen Reise berichtet:

Alexander führt sein Heer zu den kaspischen Toren, wo er an einen Fluss gelangt, an dem er den Durst seines Heeres zu stillen versucht. Das Wasser jedoch schmeckt bitter wie Galle. Während sie wenig später Rast an einem Wald machen, kommen viele furchterregende Tiere und Kreaturen, um Alexanders Heer anzugreifen. Unter ihnen befinden sich auch Drachen, Löwen und Teufel. Der Wald wird entflammt, woraufhin ein furchterregendes Tier aus dem Wald tritt und Alexander endgültig zur Weiterreise treibt. Sie reiten weiter nach Accia, wo sie in einen wunderlichen Wald treten. In diesem Wald wachsen wunderbare Früchte, Bäume ohne Laub und Vögel, die so schön singen, wie sie es noch nie zuvor vernommen hatten. Anschließend vernehmen die Krieger einen wundervollen Gesang, der von vielen Jungfrauen, die in Blumen wachsen, stammt. Nachdem Alexander einen schreckenerregenden Mann tötet, gelangen sie an einen herrlichen Palast, der gänzlich aus Edelsteinen besteht. In diesem Palast entdeckt Alexander einen alten Mann von großer Schönheit, verlässt ihn jedoch wieder, ohne ihn aus seinem Schlaf zu wecken. Alexander zieht mit seinem Heer weiter, in ein Land namens Brasiacus. Dort empfängt er Gastgeschenke und zieht erneut zum Ende der Welt. In dieser Gegend liegt die Stadt Meroves, in der Alexander Candacis, die Königin, und ihre zwei Söhne antrifft. Alexander wird in dem Königreich sehr gut behandelt, sodass er sich bereit erklärt, Candaulus, dem ältesten Sohn, die Frau zu retten. Daraufhin gibt es ein großes Fest zu Alexanders Ehren.

Alexander trifft in dem Palast an einem wundersamen Ort einen großen Mann, der ihm als Gott erscheint. Dieser Gott berichtet ihm, dass er eine prachtvolle Stadt mit dem Namen Alexandria gegründet hat, in der man ihn noch begraben werde.

Alexander beendet den Brief an seine Mutter, indem er von einer Reise durch viele Länder berichtet, in denen er viel Wundersames und Schlimmes erlebt.

Alexander hat mittlerweile einen Hochmut entwickelt, der ihn antreibt, das Paradies zu erobern, um Scharen von Engeln ihm Untertan zu machen. Auf einer langen Reise den Euphrat entlang, gelangt er mit einigen Treuen an eine Mauer, die prächtig, lang und breit und aus Edelsteinen gebaut war.

Ein alter Mann, der aus dem Mauertor heraustritt, gibt Alexander einen Edelstein, der ihn zu einer Bekehrung seiner Gesinnung verhelfen solle. Alexanders Hochmut ist für den Mann eine schreckliche Sünde. Nachdem Alexander mit Hilfe eines gelehrten Juden herausfindet, was der Stein bedeutet, wird ihm klar, dass der Stein ihn lehren soll, seine Überheblichkeit und seinen Hochmut abzulegen.

Hütet euch vor maßloser Gier, denn sie bewirkt viel „herzeleid“. Alexander erkennt, dass es unklug war, das Paradies erkämpfen zu wollen, und ist für weitere zwölf Jahre ein ehrenwerter und gottestreuer König Griechenlands.

Überlieferung

  1. (α) Βίος ᾿Αλεξάνδρου τοῦ Μακεδόνος (Bíos Alexándru tu Makedónos; Leben Alexanders von Makedonien), vermutlich 3. Jahrhundert v. Chr., sicher vor 270; Codex Parisinus gr. 1711 (schlechter Text). Übersetzt von F. Pfister, Meisenheim 1978
  2. (β) Καλλισθένης ἱστοριογράφος ὁ τὰ περὶ ῾Ελλήνων συνγραψάμενος οὗτος ἱστορεῖ ᾿Αλεξάνδρου πράξεις (Kallistenes historiográphos ho ta perí Hellenon syngrapsámenos hútos historeí Alexandru praxeís; Der Historiker Kallisthenes, der über die griechische Geschichte geschrieben hat, beschreibt die Taten Alexanders) zwischen etwa 300 und 350; Teile im Codex Parisinus suppl. 690 aus dem 11. Jahrhundert und im Codex Laurentianus 70.37 (möglicherweise aus dem 13. Jahrhundert) und im Codex Mosquensis 436 (Ende des 14. Jahrhunderts)
  3. (γ) Διήγησις ἐξαίρετος καὶ ὄντως θαυμασία τοῦ κοσμοκράτορος ᾿Αλεξάνδρου τοῦ βασιλέως (Diégesis exaíretos kai óntos thaumasía tu kosmokrátoros Alexándru basiléos; Merkwürdige und wirklich wunderbare Erzählung vom Weltherrscher König Alexander), geschrieben nach (ε). Erweiterte Fassung von (β) mit Geschichten jüdischen Ursprungs. Überliefert u. a. im Codex Hellenic Institute Venice gr. 5 aus dem 14. Jahrhundert
  4. (ε) Βίος ᾿Αλεξάνδρου τοῦ βασιλέως Μακεδόνων (Bíos Alexándru tu basiléos Makedónon; Leben Alexanders, des Königs der Makedonen), etwa 8. Jahrhundert; eine kurze Nacherzählung; überliefert im Codex Bodleianus Barocc. 17 aus dem 14. Jahrhundert
  5. (λ), u. a. im Codex Bodleianus Barocc. 23 aus dem 14. Jahrhundert überliefert
  6. Iulius Valerius Alexander Polemius: Res gestae Alexandri Macedonis translatae ex Aesopo Graeco (Taten Alexanders von Makedonien, übersetzt aus dem griechischen Aesop); lateinische Übersetzung von (α). Überliefert im Palimpsestus Taurinensis a II. 2 aus dem 6. Jahrhundert (1904 verbrannt) und in weiteren Handschriften
  7. Leo von Neapel, Nativitas et victoria Alexandri magni regis (Geburt und Sieg König Alexanders des Großen) aus dem 10. Jahrhundert, überliefert in der Sammelhandschrift Msc. Hist. 3, fol. 192v–219v (alte Signatur: E. III.1 4, um 1000) der Staatsbibliothek Bamberg; Digitalisat der Handschrift Msc. Hist. 3 in der Kaiser-Heinrich-Bibliothek der Staatsbibliothek Bamberg; insgesamt vier Redaktionen in 19 Handschriften.
  8. Eine armenische Übersetzung einer (α)-Handschrift, möglicherweise aus dem 5. Jahrhundert, unter dem Titel Geschichte des großen Welteroberers Alexander von Makedonien
  9. Eine syrische Übersetzung einer mit der (α)-Handschrift verwandten Handschrift aus dem 6. Jahrhundert unter dem Titel Geschichte Alexanders, des Sohnes des Makedonenkönigs Philipp

Es existieren einige Papyrusfragmente aus dem 1. und 2. Jahrhundert.

Textausgaben und Übersetzungen

  • Marc Steinmann: Alexander der Große und die „nackten Weisen“ Indiens. Der fiktive Briefwechsel zwischen Alexander und dem Brahmanenkönig Dindimus. Einleitung, lateinischer Text, Übersetzung und Kommentar. Frank & Timme, Berlin 2012, ISBN 978-3-86596-461-8 (kritische Edition)
  • Angelica Rieger: Der Alexanderroman. Text- und Bildband mit Abbildungen aus der Handschrift 78 C 1 Kupferstichkabinett. Berlin/ Wiesbaden 2006, ISBN 3-928127-97-7.
  • L’Ystoire du bon roi Alexandre: der Berliner Alexanderroman; Handschrift 78 C 1 des Kupferstichkabinetts Preußischer Kulturbesitz Berlin. Faksimile-Ausgabe. Stuttgart 2002.
  • Rüdiger Schnell (Hrsg.): Liber Alexandri Magni. Die Alexandergeschichte der Handschrift Paris, Bibliothèque Nationale, n.a.l. 310. Untersuchungen und Textausgabe. Artemis, München 1989, ISBN 3-7608-3396-9.
  • Friedrich Pfister: Der Alexanderroman mit einer Auswahl aus den verwandten Texten. Hrsg.: Anton Hain (= Beiträge zur klassischen Philologie. Band 92). Meisenheim am Glan 1978, ISBN 3-445-01568-6.
  • Helmut van Thiel (Hrsg.): Leben und Taten Alexanders von Makedonien. Der griechische Alexanderroman nach der Handschrift L. Darmstadt 1974, ISBN 3-534-04721-4.
  • Wilhelm Kroll (Hrsg.): Historia Alexandri Magni. Weidmann, Berlin 1926 (2. Auflage 1958. Nachdruck Olms, Hildesheim 1977, ISBN 3-296-13300-3. Textausgabe von (α) Pseudo-Kallisthenes).
  • Friedrich Pfister: Der Alexanderroman des Archipresbyters Leo (= Sammlung Mittellateinischer Texte. 6). Winter, Heidelberg 1913.
  • Friedrich Pfister: Kleine Texte zum Alexanderroman. Commonitorium Palladii, Briefwechsel zwischen Alexander und Dindimus, Brief Alexanders über die Wunder Indiens nach der Bamberger Handschrift (= Sammlung vulgärlateinischer Texte. Heft 4). Winter, Heidelberg 1910.
  • Adolf Ausfeld: Der griechische Alexanderroman. Hrsg.: Wilhelm Kroll. Teubner, Leipzig 1907.

Literatur

  • Willem J. Aerts: Lexikographika aus dem Byzantinischen Alexandergedicht und aus Nikon am Schwarzen Berg. In: Erich Trapp, Sonja Schönauer (Hrsg.): Lexicologica byzantina. Beiträge zum Kolloquium zur byzantinischen Lexikographie (Bonn, 13.–15. Juli 2007). (Super Alta Perennis. Studien zur Wirkung der Klassischen Antike, Band 4). Bonn University Press, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, ISBN 978-3-89971-484-5, S. 151–161, (online)
  • Manfred Kern: Alexander. In: Manfred Kern, Alfred Ebenbauer (Hrsg.): Lexikon der antiken Gestalten in den deutschen Texten des Mittelalters. de Gruyter, Berlin 2003, S. 38–54.
  • Kerstin Börst, Ruth Finckh, Ilja Kuschke, Almut Schneider: Herrschaft, Ideologie und Geschichtskonzeption in Alexanderdichtungen des Mittelalters. Hrsg.: Ulrich Mölk. Wallstein, Göttingen 1998, ISBN 3-89244-620-2 (Sonderforschungsbereich Internationalität Nationaler Literaturen «Göttingen». Veröffentlichung aus dem Göttinger Sonderforschungsbereich 529 «Internationalität Nationaler Literaturen» Band 2 Serie A, Literatur und Kulturräume im Mittelalter).
  • Willem J. Aerts: Alexander the Great and ancient travel stories. In: Z. R. W. M. von Martel (Hrsg.): Travel fact and travel fiction. Studies on fiction, literary tradition, scholarly discovery, and observation in travel writing. (= Brill's studies in intellectual history. Band 55). Brill, Leiden 1994, ISBN 90-04-10112-8, S. 30–38, (online)
  • Trude Ehlert: Deutschsprachige Alexanderdichtung des Mittelalters. Zum Verhältnis von Literatur und Geschichte. Peter Lang, Bern/Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-631-42304-7.
  • Willem J. Aerts, Martin Gosman (Hrsg.): Exemplum et similitudo. Alexander the Great and other heroes as points of reference in medieval literature. (= Mediaevalia Groningana, 8). Egbert Forsten, Groningen 1988.
  • Willem J. Aerts, Edmé R. Smits, Johan B. Voorbij (Hrsg.): Vincent of Beauvais and Alexander the Great. Studies on the ‘Speculum Maius’ and its translations into Medieval vernaculars. (= Mediaevalia Groningana, 7). Egbert Forsten, Groningen 1986.
  • J. Gruber, G. Prinzing, F. Svejkovský, M. Wesche, H. Ehrhardt, J. van Ess, J.-H. Niggemeyer: Alexander der Große in Kunst und Literatur. B. Alexanderdichtung. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 1, Artemis & Winkler, München/Zürich 1980, ISBN 3-7608-8901-8, Sp. 354–366.
  • Ehsan Yarshater: A Persian Medieval Alexander-Romance. New York 1978.
  • Willem J. Aerts, Joseph M. M. Hermans (Hrsg.): Alexander the Great in the Middle Ages. Ten studies of the last days of Alexander the Great in literary and historical writing. (Mediaevalia Groningana, 1). Nijmegen 1978.
  • Friedrich Pfister: Kleine Schriften zum Alexanderroman. In: Anton Hain (Hrsg.): Beiträge zur klassischen Philologie. Heft 61. Meisenheim 1976, ISBN 3-445-01296-2.
  • Reinhold Merkelbach: Die Quellen des griechischen Alexanderromans. 2. Auflage. München 1977.
  • Herwig Buntz: Die deutsche Alexanderdichtung des Mittelalters. Metzler, Stuttgart 1973, ISBN 3-476-10123-1.
  • George Cary: The Medieval Alexander. University Press, Cambridge 1956 (grundlegende Darstellung der mittelalterlichen Alexander-Rezeption).
  • Friedrich Pfister: Untersuchungen zum Alexanderroman des Archipresbyters Leo. Carl Winter, Heidelberg 1912.
  • Adolf Ausfeld: Zur Kritik des griechischen Alexanderromans: Untersuchungen über die unechten Teile der ältesten Überlieferung. Karlsruhe 1894 (Digitalisat)
  • Faksimile des Pariser Alexanderromans aus den Jahren um 1420. British Library, London MS Royal 20 B XX. Quaternio Verlag, Luzern (altfranzösisch)

Weblinks

Adolf Ausfeld

Adolf Ausfeld (* 30. August 1855 in Gotha; † 15. oder 16. August 1904 in Heidelberg) war ein deutscher Klassischer Philologe und Gymnasiallehrer.

Al-Kahf

Al-Kahf (arabisch الكهف, DMG al-Kahf ‚Die Höhle‘) ist die 18. Sure des Korans, sie enthält 110 Verse. Sie wird mehrheitlich gegen das Ende der zweiten mekkanischen Periode datiert (615–620).

Nach einer Lobpreisung Gottes und des Buches umfasst der Hauptteil der Sure drei Geschichten: als erstes die Legende von den „Leuten der Höhle“, von der die Sure ihren Namen hat, bzw. von den sieben Schläfern von Ephesus (Verse 9–26). Vers 23–24 enthält die Verpflichtung, eine Aussage mit Bezug auf die Zukunft stets mit Inschallah (so Gott will) abzuschließen.

Die Verse 60–98 enthalten zwei Erzählungen, die beide auf den Alexanderroman zurückgeführt werden. Die erste Erzählung (60–82) handelt von Mose und seinem namenlosen Begleiter, der als Moses spiritueller Lehrer auftritt und in der Tradition mit al-Chidr identifiziert wird. Der Hinweis auf den „Zusammenfluss der beiden Meere“ und auf die Quelle der Unsterblichkeit, die von Mose und seinem Lehrer verpasst wird (60–61), erinnert an die Episode mit Gilgamesch und Utnapischtim aus dem babylonischen Gilgamesch-Epos, seinerseits eine Quelle einiger legendenhaften Teile des Alexanderromans. Als zweite Erzählung schildern die Verse 83–98 Dhū l-Qarnain, ذو القرنين / ‚Der mit den zwei Hörnern‘, der von den meisten muslimischen Kommentatoren mit Alexander dem Großen identifiziert wird und sich im Kampf gegen Gog und Magog bewährt. Die zwei Hörner werden unterschiedlich interpretiert: als die zwei Richtungen (Osten und Westen), die sein Reich erfasst hat, als die zwei Hörner auf seiner Krone, die zwei Haarzöpfe auf seinem Haupt oder auch als Symbol für die Kraft, mit der er die Völker unterwarf. Az-Zamachscharī erwähnt folgende Deutung: Die zwei Hörner sind die Gebiete der Griechen und Perser bzw. der Griechen und Türken.

Im restlichen Teil der Sure finden sich Themen der mekkanischen Predigt wieder: Mohammeds Treue zu seiner Sendung, Vergänglichkeit des Diesseits sowie Mahnungen an die Ungläubigen. Vers 109 schildert die Unbegrenztheit der Rede Gottes: „Wenn das Meer Tinte wäre für die Worte meines Herrn, würde das Meer versiegen, ehe die Worte meines Herrn versiegen“.

Albéric de Pisançon

Albéric de Pisançon (auch: Alberich de Besançon) war ein französischer Dichter des Mittelalters aus dem frankoprovenzalischen Sprachgebiet von Lyon – Vienne – Romans.

Alexander der Große

Alexander der Große (altgriechisch Ἀλέξανδρος ὁ Μέγας Aléxandros ho Mégas) bzw. Alexander III. von Makedonien (* 20. Juli 356 v. Chr. in Pella; † 10. Juni 323 v. Chr. in Babylon) war von 336 v. Chr. bis zu seinem Tod König von Makedonien und Hegemon des Korinthischen Bundes.

Alexander dehnte die Grenzen des Reiches, das sein Vater Philipp II. aus dem vormals eher unbedeutenden Kleinstaat Makedonien sowie mehreren griechischen Poleis errichtet hatte, durch den sogenannten Alexanderzug und die Eroberung des Achämenidenreichs bis an den indischen Subkontinent aus. Nach seinem Einmarsch in Ägypten wurde er dort als Pharao begrüßt. Nicht zuletzt aufgrund seiner großen militärischen Erfolge wurde das Leben Alexanders ein beliebtes Motiv in Literatur und Kunst, während Alexanders Beurteilung in der modernen Forschung, wie auch schon in der Antike, zwiespältig ausfällt.

Mit seinem Regierungsantritt begann das Zeitalter des Hellenismus, in dem sich die griechische Kultur über weite Teile der damals bekannten Welt ausbreitete. Die kulturellen Prägungen durch die Hellenisierung überstanden den politischen Zusammenbruch des Alexanderreichs und seiner Nachfolgestaaten und wirkten noch jahrhundertelang in Rom und Byzanz fort.

Alexanderlied

Das Alexanderlied des Pfaffen Lamprecht entstand gegen 1150 und steht somit am Beginn der frühhöfischen Epik im deutschen Sprachraum. Es stellt die erste schriftlich erhaltene Großerzählung der deutschen Sprache über einen nichtbiblischen, weltlichen Stoff dar.

Alexandre de Bernay

Alexandre de Bernay (auch Alexander von Paris; * um 1150 in Bernay; † um 1190) war ein Autor aus der Normandie, der mit Li romans d’Alixandre eine der frühesten volkssprachlichen Versionen des Alexanderromans schuf, die sogenannte Zwölfsilberfassung.

Antikenroman

Der Antikenroman oder auch antikisierende Roman (französisch: roman médiéval) ist eine epische Gattung der hochmittelalterlichen Literatur, die in Frankreich florierte und von dort in andere Länder, insbesondere Deutschland, ausstrahlte.

Anton Pann

Anton Pann (* zwischen 1794 und 1798 in Sliwen, Rumelien; † 2. November 1854 in Bukarest; geboren als Antonie Pantoleon-Petroveanu, auch Anton Pantoleon oder Anton Petrovici) war ein rumänischsprachiger Lyriker, Komponist und Musikwissenschaftler.

Pann kam mit seiner Familie auf der Flucht vor dem Russisch-Türkischen Krieg 1812 nach Bukarest, wo er den größten Teil seines Lebens verbrachte. Vor den Rebellentruppen Tudor Vladimirescus floh er 1821 nach Kronstadt in Transsylvanien, wo er Kantor an der Nikolaikirche wurde. 1827–28 war er Lehrer am orthodoxen Seminar von Râmnicu Vâlcea. 1828 kehrte er nach Bukarest zurück, wo er als Musikprofessor wirkte.

Im folgenden Jahrzehnt entstand der größte Teil seines literarischen und musikalischen Werkes. Ab 1842 war er Professor am Seminarul Sf. Mitropolii. In dieser Zeit betätigte er sich auch als Sammler der klassischen ottomanischen Musik und der Musik der Roma. 1843 gründete er einen Verlag, in dem er Werke zeitgenössischer Autoren und eine große Anzahl von Almanachs veröffentlichte. Hier erschienen auch Werke wie der Alexanderroman, Tausendundeine Nacht und Till Eulenspiegel.

1848 veröffentlichte Pann ein rumänisch-russisch-osmanisches Wörterbuch. Während der Walachischen Revolution 1848 stellte er sich auf die Seite der liberalen Revolutionäre und unterstützte die Walachische Provisorische Regierung. In seinen letzten Lebensjahren verfasste er eine Reihe von Erzählungen um die Figur des Hodscha Nasreddin.

Dhū l-Qarnain

Dhū l-Qarnain, arabisch ذو القرنين, DMG Ḏū l-qarnain ‚Der mit den zwei Hörnern‘, ist eine Figur, welche auf den griechischen Alexanderroman zurückgeht und an einer Stelle im Koran vorkommt. „Der Zweihörnige“ (gedeutet als Herrscher über Ost und West) wird größtenteils mit Alexander dem Großen oder dem persischen Großkönig Kyros II. identifiziert, von einigen auch mit dem byzantinischen Kaiser Herakleios.Dhū l-Qarnain kommt im Koran in der Sure 18 Verse 83–98 vor, wo er gegen die ein barbarisches Endzeitvolk anführenden Könige Gog und Magog – im Koran Ya'dschudsch und Ma'dschudsch / يأجوج ومأجوج / Yaʾǧūǧ wa-Maʾǧūǧ – im äußersten Westen der Erde, wo die Sonne in einem „schlammigen Quell“ unterging, gekämpft hat, wobei er die Könige besiegte, indem er eine mit Kupfer übergossene eiserne Mauer errichtete.

Dhū l-Qarnain wird als gläubiger Muslim betrachtet, weil er zu den Völkern im Westen von der Bestrafung Gottes der Frevler und seiner Güte gegenüber den Rechtgläubigen gesprochen habe; es herrscht jedoch Uneinigkeit darüber, ob „der Gehörnte“ auch als Prophet angesehen wurde.

Friedrich Pfister

Friedrich Pfister (* 6. Januar 1883 in Kaiserslautern; † 27. Dezember 1967 in Würzburg) war ein deutscher Philologe.

Nach dem Abitur 1901 in Baden-Baden studierte Pfister Philologie, Germanistik, Archäologie und Philosophie an den Universitäten in Heidelberg, Berlin und München. 1906 wurde er in Heidelberg mit seiner Arbeit Die mythische Königsliste von Megara und ihr Verhältnis zum Kult und zur topographischen Bezeichnung (angeregt von Albrecht Dieterich) promoviert. Anschließend reiste er nach Griechenland und Kleinasien, wo er einige Wochen an den von Wilhelm Dörpfeld geleiteten Ausgrabungen der Stadt Leukas teilnahm. Von 1906 bis 1912 war Pfister am Archäologischen Institut der Universität Heidelberg (bis 1908) (als Assistent Friedrich von Duhns) und am Deutschen Archäologischen Institut in Rom tätig.

1912 habilitierte sich Pfister in Heidelberg auf dem Gebiet der klassischen Philologie. Bevor er 1915 als Soldat zum Ersten Weltkrieg eingezogen wurde, war er in Heidelberg (1912–1914) und Marburg an der Lahn (1914/1915) Privatdozent. Nach dem Krieg bekam er eine außerordentliche Professur für klassische Philologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen. 1924 wurde er auf eine ordentliche Professur an der Universität Würzburg berufen. 1930/31 war er dort Dekan.

In der Zeit des Nationalsozialismus war er 1936 bis 1938 mit Otto Weinreich Herausgeber des Archivs für Religionswissenschaft. Sein erster Beitrag in dieser Funktion war der „Gleichschaltung und Ideologisierung“ verpflichtet und trug den programmatischen Titel: Die Religion und der Glaube der germanischen Völker und ihrer religiösen Führer.Pfister wurde 1951 emeritiert.

Gog und Magog

Gog (hebräisch, Etymologie ungeklärt) ist beim Propheten Ezechiel (Kapitel 38 und 39) der Fürst von Mesech und Thubal und wohnt im Lande Magog. In der Offenbarung des Johannes, im Neuen Testament der Bibel, werden mit Gog und Magog zwei Völker bezeichnet, die am jüngsten Tage vom Satan befreit werden. Gemeinsam mit ihm ziehen sie in den Kampf, werden jedoch am Ende von Christus besiegt (Offb 20,8 ).

Weiter wird Magog in der Völkertafel als Sohn Jafets und Enkel Noachs genannt. Seine Brüder sind Gomer, Madai, Jawan, Tubal, Meschech und Tiras.

Nach Flavius Josephus könnte es sich um die Skythen gehandelt haben.Das apokalyptische Motiv von Gog und Magog hat ab der Spätantike und dem frühen Mittelalter weite Verbreitung in Europa und im Mittleren Osten gefunden und wurde mit verschiedenen Traditionen und Legenden verwoben (u. a. im Alexanderroman und dem Koran).

Idris (Koran)

Idris (arabisch إدريس Idrīs) ist eine Gestalt aus dem Koran, die zweimal kurz erwähnt wird und deren Identität nicht völlig geklärt ist. Er wird als Prophet Gottes (arabisch nabīy), wahrhaftig (arabisch ṣiddīq) und geduldig (arabisch ṣābir) beschrieben. Am Ende seines Lebens wurde er dem Koran zufolge in die Barmherzigkeit Gottes aufgenommen, was in der Regel als Entrückung interpretiert wird.

Von der Mehrheit der muslimischen Exegeten wird er mit Henoch identifiziert, von westlichen Islamforschern jedoch – u. a. von Theodor Nöldeke – überwiegend mit einer (arabisierten) Umformung des Namens „Andreas“. Damit ist entweder die Gestalt „Andreas“ im (syrischen) Alexanderroman gemeint (der Koch Alexanders, der durch einen Zufall unsterblich wird) oder der Apostel Andreas (vor allem wie dieser in den apokryphen Apostelakten „Acta Andreae“ beschrieben wird).Nach einer außerkoranischen Überlieferung bat Asrael, der Todesengel, Gott darum, Idris besuchen zu dürfen, da dieser so oft zu Gott betete, wie die gesamte Menschheit zu seiner Zeit. Gott erlaubte es dem Todesengel und er besuchte Idris zum Fastenbrechen. Als der Todesengel sich ihm vorstellte, bat Idris darum, dass der Engel ihm den Himmel und die Hölle zeige, damit sein Glaube weiter bestärkt wird.

Iskandernāme

Iskandernāme (auch Eskandar-Nāme bzw. Eskander-Nāma; persisch اسکندرنامه) ist ein mittelalterlicher persischer Alexanderroman des persischen Autors Nezāmi (gest. 1209). Es handelt sich um eine persisch-muslimische Interpretation der bekannten Alexanderlegende mit weiteren legendenhaften Ausschmückungen, aber auch mit formalen Innovationen des Verfassers. Das Werk ist in zwei Teile geteilt: Šaraf-nāma und Eqbāl-nāma.

Im ersten Teil erscheint Alexander der Große als der bekannte Welteneroberer, der König von Iran wird und Arabien unterwirft. Alexander erobert Indien und sogar der chinesische Herrscher unterwirft sich ihm. Die Rückreise führt ihn durch das Land der Rus, die er militärisch niederwirft. Alexander erreicht schließlich Rūm (Römisches Reich), womit der erste Teil endet.

Im zweiten Teil tritt Alexander als Prophet auf, wobei folkloristische und andere populäre mündliche Erzählungen in den Stoff Nezāmis einfließen. Alexander führt Gespräche mit Philosophen (unter anderem Sokrates, Platon, Aristoteles, Apollonios von Tyana), ist ein Förderer der Kultur und wird schließlich von Gott zum Propheten berufen. Er bereist die Welt, sucht am Nordpol das Wasser des Lebens, flog zum Mond und bekehrt zahlreiche „Ungläubige“ zum Monotheismus (den Zoroastrismus bekämpfte er hingegen), bevor er nach Rūm zurückkehrt.

Die maßgebliche Edition wurde 1964 von Iradsch Afschār herausgegeben.

Iulius Valerius Polemius

Iulius Valerius Alexander Polemius (* wohl in Alexandria) war ein antiker Schriftsteller; er lebte im späten dritten Jahrhundert und/oder in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts. Er übersetzte den griechischen Alexanderroman ins Lateinische.

Kariophilis Mitsakis

Kariophilis Mitsakis (auch in der Transkription Kariophiles Metsakes, griechisch Καριοφίλης Μητσάκης, auch mit verkürztem Vornamen Karolos Κάρολος, * 12. Mai 1932 in Thessaloniki) ist ein griechischer Byzantinist und Neogräzist.

Kleopatra von Makedonien

Kleopatra von Makedonien (* um 355 v. Chr.; † 308 v. Chr. in Sardes) war die Schwester Alexanders des Großen und spielte eine wichtige Rolle während der Diadochenkriege.

Roman d’Alexandre

Le Roman d’Alexandre (Alexanderroman) zählt zu den französischen Versepen des 12. Jahrhunderts und gehört der Gattung der Antikenromane an (romans d’Antiquité).

Seine verschiedenen und formal sehr verschiedenartigen Versionen schildern die Heldentaten des Eroberers Alexander des Großen (356–323 v. Chr.). Der Stoff ist lateinischen Vorlagen entnommen, die ihrerseits aus diversen griechischen Quellen schöpfen, die von Anbeginn an neben Fakten auch viele sagen- und märchenartige Elemente enthielten. Die lateinischen Versionen waren vor allem die romanartige Alexander-Vita des Iulius Valerius Polemius (ca. 338 n. Chr.) und die mehr chronikartige Historia de preliis Alexandri Magni des Leo von Neapel (10. Jh.).

AlexanderliedDie älteste bekannte französische Fassung, von der nur ein Fragment von 105 achtsilbigen Versen in 15 einreimigen Strophen (Laissen) im Stil der zeitgenössischen Chanson de geste erhalten ist, entstand in frankoprovenzalischem Dialekt wohl schon gegen 1120. Sie wurde laut dem Pfaffen Lamprecht, der sie um 1120/30 ins Mittelhochdeutsche übertrug, von einem (sonst unbekannten) Autor namens Alberich von Bisinzo (Vorauer Alexander) bzw. Elberîch von Bisenzun (Straßburger Alexander) verfasst, der in heutigen Literaturgeschichten meist Albéric de Pisançon genannt wird, da Bisinzo bzw. Bisenzun als Pisançon in der Dauphiné verstanden wird.

Zehnsilbiger AlexanderEine zweite, ebenfalls nur fragmentarisch erhaltene Fassung (785 Zehnsilber in 76 Laissen), wurde wohl kurz nach der Mitte des 12. Jh. von einem unbekannten Autor geschrieben.

Li romans d’AlixandreDie am weitesten verbreitete und mit zunächst knapp 16.000 Zwölfsilbern längste Fassung stammt von Alexander von Paris und entstand offenbar um 1180. Sie schildert, nunmehr eher im Stil eines höfischen Romans, das gesamte Leben Alexanders. Sie besteht aus vier sehr ungleich langen Teilen oder „Zweigen“ (branchen), wobei Alexandre angibt, er habe die unvollständigen Werke zweier anderer (uns heute nicht näher bekannter) Autoren eingearbeitet, nämlich eines gewissen Eustache (als branche II) und eines Lambert le Tort (branche III). Schon ab ca. 1190 fand der Roman Fortsetzer und Redaktoren, die zusätzliche Episoden anhängten oder einbauten. In der zweiten Hälfte des 13. Jh. wurde er in eine Prosafassung umgeschrieben, die in zahlreichen Handschriften aus dem 14. und 15. Jh. sowie in einigen frühen Drucken überliefert ist, was von dem langandauernden Erfolg des Werkes zeugt.

Rudolf von Ems

Rudolf von Ems (* um 1200 in Hohenems/Vorarlberg; † 1254 ?) war ein deutscher Epiker des Mittelalters.

Wolfgang Kirsch (Altphilologe)

Wolfgang Kirsch (* 31. Dezember 1938 in Westewitz, Kreis Döbeln; † 9. Dezember 2010 in Halle an der Saale) war ein deutscher Altphilologe mit fachlichen Lehr- und Forschungsschwerpunkten für spät- und mittellateinische Dichtung (Alexanderroman).

Wolfgang Kirsch war Spezialist für die lateinische Literatur der Spätantike und des Mittelalters. Er veröffentlichte kritische Editionen verschiedener mittellateinischer Texte sowie zahlreiche Aufsätze. Sein Vater war Edgar Kirsch (1903–1978), sein Bruder Rainer Kirsch (1934–2015), Dichter. Die Witwe von Wolfgang Kirsch ist Gertraude Clemenz-Kirsch.

In anderen Sprachen

This page is based on a Wikipedia article written by authors (here).
Text is available under the CC BY-SA 3.0 license; additional terms may apply.
Images, videos and audio are available under their respective licenses.