Abaje

Abaje (Abbaje / Abajje / Abaje bar Nachmani) war ein bedeutender babylonischer Amoräer der 4. Generation (320–350).

Aufgewachsen mit und Gefährte des Raba (Rawa) in Pumbedita, mit dem er viele Debatten geführt hat (diese hawajot abaje we-raba sind Inbegriff talmudischer Dialektik und machen einen großen Teil der Diskussion im babylonischen Talmud aus; überwiegend folgte die Halacha der Meinung Rawas).

Abaje lebte etwa 280–339, war Sohn des Kajlil, der ein Bruder des Rabba(h) bar Nachmani war.

Abaje war Schüler seines Onkels Rabbah und besonders auch Josefs (Rabbi Josef bar Chijja). Als dessen Nachfolger war Abaje vor seinem (eigenen) Tod fünf Jahre Schulhaupt in Pumbedita.

Abaje ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen palästinischen Amoräer der 2. Generation.

Literatur

  • W. Bacher: Die Agada der babylonischen Amoräer. Hildesheim 1965, S. 107–113 (Erstausgabe 1878)
  • Y. L. Maimon: le-toldot abaje. In: Festschrift für Ch. Albeck. Jerusalem 1963, S. 306–323
  • J. Neusner: A History of the Jews in Babylonia. 5 Bde., Leiden 1965–1970 (hier: Bd. 4)

Weblinks

Amoräer

Amoräer (aramäisch אמוראים Amora'im, „die Sprechenden“ oder „die über etwas Berichtenden“; Singular אמורא Amora) waren jüdische Gelehrte des 3. bis 5. Jahrhunderts in Babylonien und in Palästina, die sich über das mündliche Gesetz (die mündliche Tora) „unterhalten“ oder über es „erzählt“ haben. Ihre Diskussionen wurden in der Gemara kodifiziert. Die Amoraim folgten den Tannaim in der Reihe der jüdischen Gelehrten.

Dimi aus Haifa

Rab Dimi aus Haifa (Kurzform für Abudimi = Eudemos oder Abudemmos) war ein Amoräer der 3. (nach anderen: der 4.) Generation in Palästina. Er lebte und wirkte zu Ende des 3./Anfang des 4. nachchristlichen Jahrhunderts.

Er war ein Gefährte der Rabbinen Isaak Nappacha, Ammi und Abbahu und Tradent des Resch Lakisch, von dem er viel gelernt haben muss.

Dimi wanderte nach Babylonien aus (deshalb der Babylonienfahrer genannt) und trug in Pumbedita, besonders gegenüber Abaje, palästinische Lehrsätze und Überlieferungen vor.

Zu Dimis zahlreichen Schülern zählten u. a. Berechja und Samuel bar Nachmani.

Dimi ist der Tradition nach in Haifa neben Isaak Nappacha begraben.

Rab Nachman bar Isaak

Rab Nachman bar Isaak († 356) war ein Amoräer der 4. Generation in Babylonien.

Er war zusammen mit Raba Schüler des Abaje und Schüler des Nachman bar Jakob. Nach Rabas Tod war er Schulhaupt in Pumbedita.

Da Rab Nachman bar Isaak, ebenso wie Nachman bar Jakob, kurzweg Rab Nachman genannt wird, ist es schwierig, ihn immer von seinem Lehrer Nachman bar Jakob zu unterscheiden.

Raba (Amoräer)

Raba bar Josef bar Chama (auch Raw Abba ben Josef ben Chama oder Rawa; * um 270 oder 280 in Mahuza; † 352 ebenda) war einer der bedeutendsten Amoräer der vierten Generation in Babylonien.

Rabbah

Rabba(h) (Rabba bar Nachmani) war ein wichtiger Amoräer der 3. Generation in Babylonien.

Er war der Onkel von Abaje, aus einer Familie, die sich auf den Priester Eli zurückführte, Schüler von Rab Huna in Sura und von Rab Jehuda in Pumbedita, Nachfolger des Rab Huna bar Chijja als wichtigster Lehrer, nach der Tradition auch 22 Jahre lang Oberhaupt des Lehrhauses zu Pumbedita nach Jehudas Tod. Er war wahrscheinlich niemals in Palästina; wegen seiner scharfen Dialektik als Berge-Entwurzeler (oqer harim, Berachot 64 a) bezeichnet.

Rabbah war bekannt für seine hohen Hörerzahlen, die in den Kalla-Monaten (Elul, Adar) 12 000 erreichten (Baba Mezia 86a).

Er lebte in Armut und starb im Jahr 330 im Alter von 40 Jahren.

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