4. Buch Mose

Das 4. Buch Mose, auf hebräisch בְּמִדְבַּר bemidbar, Bemidbar oder בַּמִּדְבָּר bamidbar, Bamidbar, auf altgriechisch Ἀριθμοί Arithmoí, deutsch ‚Zahlen‘ genannt, ist das vierte Buch des Tanachs wie auch des Alten Testaments und damit das vierte Buch der beiden Fassungen des biblischen Kanons. Die in Zitierungen häufig gebrachte lateinische Bezeichnung ist Numeri. Es handelt vom Volk Israel in der Wüste und wurde in 36 Kapitel unterteilt, wie es sich seit dem Mittelalter etabliert hat. Zu Beginn werden auch die Zwölf Stämme Israels in ihren Zahlen nach männlichen Erwachsenen und in ihrer Ordnung angegeben.

תּוֹרָה Tora ; Fünf Bücher Mose ; Pentateuch
  • hebräisch בְּרֵאשִׁית Bereschit, deutsch ‚Im Anfang‘; 1. Buch Mose; Genesis
  • שְׁמוֹת Schemot, deutsch ‚Namen‘; 2. Buch Mose; Exodus
  • וַיִּקְרָא Wajikra, deutsch ‚Und er rief‘; 3. Buch Mose; Levitikus
  • בְּמִדְבַּר Bemidbar, deutsch ‚In der Wüste‘; 4. Buch Mose; Numeri
  • דְּבָרִים Devarim, deutsch ‚Worte‘; 5. Buch Mose; Deuteronomium
Die 24 Bücher des Tanach (TaNaKh)
Tora (Weisung, Lehre)
Nevi’im (Propheten)
Ketuvim (Schriften)
Eingerückt: die fünf Megillot.
Reihenfolge nach BHS; kann sich je nach Ausgabe unterscheiden.
Bücher des Alten Testaments
Pentateuch
Geschichtsbücher
Lehrbücher
Propheten

„Große“

„Kleine“ (Zwölfprophetenbuch)

Etymologien

Das Buch heißt im Hebräischen nach den ersten Worten des Buches בַּמִּדְבָּר Bamidbar oder Bemidbar („in der Wüste“). Die Benennung nach direkten oder bedeutendsten Anfangsworten ist mit ihrer Verwendung als Parascha oder Sidra („Wochenabschnitt“) für die Lesung der Tora („Weisung, Lehre“) in der Synagoge im Judentum verknüpft. Im Lateinischen heißt es Numeri, nach dem Griechischen Αριθμοί, „Zahlen“. Die Bezeichnung ist darauf zurückzuführen, dass im ersten Teil viele Zahlenangaben enthalten sind.

Die deutsche Bezeichnung 4. Buch Mose geht vor allem auf die Bibelübersetzung Martin Luthers zurück und folgt dem sonstigen traditionellen jüdischen und kirchlichen Sprachgebrauch, der Mose als Autor benennt.

Das 4. Buch Mose ist im Original in hebräischer Sprache geschrieben und ist Teil der Tora, die hebräisch auch Chumasch, oder auf griechisch als Pentateuch bezeichnet wird. Im Deutschen spricht man auch von den „fünf Büchern Mose“. Sie bilden den ersten Teil des Tanachs und des Alten Testaments.

Übersicht

Die Lutherbibel bietet folgende Inhaltsübersicht:

  • Zählung und Marschordnung der Israeliten
  • verschiedene Gesetze
  • vom Sinai bis zur Grenze Kanaans
  • in Moab vor dem Jordanübergang
  • Wegstationen von Ägypten bis Moab
  • vor dem Einmarsch ins Land Israel

Autorschaft

Im 4. Buch Mose und auch im übrigen Pentateuch wird kein Verfasser genannt. Die deutsche Bezeichnung als die „fünf Bücher Mose“ verweist auf Mose als Autor des gesamten Pentateuchs. Diese Sichtweise wird nach wie vor vom orthodoxen Judentum sowie einem Teil der Christen vertreten.

Wichtige Angaben und Themen

Inhaltliche Zusammenfassung

Die Vorbereitung auf die Wanderung (Kapitel 1–4)

Zu Beginn des Buches werden die Stämme der Israeliten aufgezählt und eine Volkszählung beschrieben, in der alle Männer ab 20 Jahren aufgeführt werden – es sind 603.550 Männer. Die Leviten werden nicht dazugezählt, da sie als Träger und Hüter des Heiligen Zeltes und der Bundeslade für Verteidigung und Kriegsführung nicht zur Verfügung stehen. Ihre Aufgabe wird in Kapitel 3 ausführlich beschrieben. Die Lager- und Marschordnung werden ebenfalls festgeschrieben.

Weitere Gesetze (Kapitel 5–6)

Im weiteren Verlauf des Buches werden verschiedene Gesetze beschrieben: Es wird beschrieben, was Aussatz ist, und dass Aussätzige das Lager zu verlassen haben. Es wird beschrieben, wie bei Diebstahl und Verdacht auf Ehebruch gehandelt werden soll. Vorschriften, wie Priester und andere Menschen sich dem Dienst Gottes weihen können, werden beschrieben, wie auch der priesterliche Segen.

Die Weihung des heiligen Zeltes (Kapitel 7–9)

Nun kehrt das Buch von den gesetzlichen Vorschriften zu der Handlung um Mose und das Volk Israel zurück. Es werden die Einweihung des Heiligtums sowie die Geschenke zur Einweihung (Gold, Silber, Opfertiere) beschrieben. Das Licht im Heiligtum wird beschrieben und die Weihung der Leviten zum Dienst, sowie weitere Vorschriften zum Pessachfest.

Der Zug durch die Wüste (Kapitel 10–12)

Gott lässt Signaltrompeten herstellen und schreibt ihre Verwendung vor, die Marschordnung wird beschrieben, und das Volk macht sich auf den Weg. Nach einiger Zeit fängt es an zu klagen, dass es kein Fleisch bekäme. Gott schickt ihnen Wachteln, an denen jedoch viele Israeliten sterben. Das Volk zieht weiter. Mirjam, Moses Schwester, lehnt sich gegen ihren Bruder auf, da er eine Ägypterin geheiratet hat. Dafür wird sie mit Aussatz bestraft, der jedoch nach einer Woche abheilt. Danach erst wandert das Volk weiter.

Vierzig Jahre in der Wüste (Kapitel 13–15)

Kundschafter werden nach Kanaan ausgesandt. Sie berichten von einem reichen Land, das jedoch von einem starken Volk bewohnt wird. Das Volk Israel weigert sich weiterzuziehen, und Gott will sie dafür strafen. Nur durch Moses Intervention wird das Volk verschont, doch werden die Menschen des Volkes das Gelobte Land nicht sehen, sondern erst ihre Nachkommen. So zieht das Volk vierzig Jahre lang durch die Wüste, und diejenigen, die schon vorher nach Kanaan wollen, werden von den dortigen Bewohnern verjagt.

Im 15. Kapitel werden die Opfervorschriften für das Land Kanaan ergänzt, und die Menschen werden noch einmal ermahnt, Gottes Gebote zu beachten. Eine versehentliche Nichteinhaltung der Opfervorschriften kann durch Darbringung weiterer Opfer das Versehen entschuldigt werden (Num 15,22 ). Bei vorsätzlicher Nichteinhaltung hingegen soll der Mensch ausgemerzt werden (Num 15,30 ). Als Beispiel wird in Num 15,32–36  von einem Mann erzählt, der am Sabbat Holz gesammelt hatte. Die Israeliten fragten Mose, was wegen des Verstoßes gegen das Sabbatgebot unternommen werden soll. Gott befahl Mose die Steinigung des Mannes, die von den Israeliten daraufhin ausgeführt wurde.

Aufstand von Korach (Kapitel 16–17)

Korach, einer der Leviten, bringt das Volk auf seine Seite und fragt Mose, warum nur er und nicht alle heilig seien. Auch andere Männer zweifeln Moses Herrscherposition an. Mose fordert sie auf, ein Opfer zu bringen. Gott hat vor, die Israeliten für ihren Aufstand zu töten, doch wieder interveniert Mose. So lässt Gott nur eine Spalte im Erdboden öffnen, und Korach und seine Anhänger stürzen hinein.

Der Rest des Volkes opfert vor Angst vor dieser Strafe, doch dann werfen sie Aaron und Mose vor, die Bestraften umgebracht zu haben. Aaron und Mose versöhnen das Volk mit einem Rauchopfer, doch 250 Männer (Num 16,35 ) sterben unter Gottes Zorn. Mit einem Zeichen bestätigt Gott Aarons Priesteramt.

Weitere Vorschriften für die Priester (Kapitel 18–19)

Noch einmal betont Gott Aaron gegenüber die Bedeutung seines Priesteramtes und erläutert noch einmal den Lohn, den die Priester und Leviten bei jedem Opfer erhalten und der ihr Überleben sichert. Die Herstellung des Reinigungswassers wird erläutert, das genutzt wird, um Menschen wieder rein zu machen, die durch Berührung eines Toten unrein geworden sind.

Aarons Tod, einige Schlachten bei der Wanderung durch die Wüste (Kapitel 20–22)

Aaron und Mose klagen, weil der Herr sie in eine Wüste geführt hat, in der sie noch nicht einmal Wasser finden. Gott ist enttäuscht von Mose und Aaron, lässt aber Wasser aus einem Stein sprudeln. Doch Gott straft Aaron für seine Zweifel und lässt ihn sterben, sein Nachfolger wird Eleasar.

Den Israeliten wird versagt, durch das Land der Edomiter zu ziehen. Der König von Arad greift sie sogar an, als sie in sein Gebiet kommen, seine Armee und seine Städte werden jedoch von den Israeliten zerstört. Bei der weiteren Wanderung durch die Wüste klagen die Menschen wieder und werden von Schlangen gestraft, die Gott ihnen schickt.

Auch der Amoriterkönig lässt die Israeliten nicht durch sein Land ziehen, sondern greift sie an. Die Israeliten besiegen sie bei einer Schlacht und nehmen die Städte ein. Auch Og, den König von Baschan, tritt ihnen mit seinem Heer entgegen und wird besiegt.

Die Geschichte von Bileam (Kapitel 22–24)

Die Moabiter und Midianiter verbünden sich unter Balak, um die Israeliten aufzuhalten. Doch Gott befiehlt Bileam, der Israel im Auftrag der beiden Völker verfluchen soll, es nicht zu verfluchen, und hält seine Eselin auf. Bileam opfert Gott, doch seine Verbündeten verlangen weiterhin, dass er die Israeliten verflucht, doch stattdessen segnet er sie drei Mal.

Götterkult der Moabiter, zweite Volkszählung (Kapitel 25–26)

Viele der Israeliten wurden von den Moabitern zu den Opferfesten ihrer Götter eingeladen. Das Volk fiel vor ihren Göttern nieder, u. a. vor Baal-Peor. Es heißt, das habe den Zorn des Gottes Israels erregt, und er habe zur Tötung der Anführer des Volkes aufgerufen. Mose befahl, alle Verehrer Baal-Peors zu töten. Als ein Israelit eine Midianiterin mitbrachte und der Priester Pinchas beide tötete, soll er dadurch den Zorn des Gottes Israels abgewendet haben. Dann erst war die Seuche beendet, an der 24.000 Israeliten starben. Der Gott Israels soll mit Pinchas einen besonderen Bund geschlossen haben und zur Tötung der Midianiter aufgerufen haben.

Gott befiehlt eine zweite Volkszählung, bei der 601.730 Männer ab 20 Jahren gezählt werden. Außerdem gibt es 23.000 männliche Leviten. Bei der Volkszählung fällt auf, dass außer Mose nur noch Kaleb und Josua leben, die auch bei der ersten Zählung aufgekommen waren.

Erbreihenfolge, Moses Nachfolge, Opferregelungen (Kapitel 27–30)

Nachdem die Töchter Zelofhads zu Mose kamen, legte Gott eine Erbreihenfolge fest: Sind keine Söhne vorhanden, so erben die Töchter, ansonsten die Onkel oder anderen leibliche Verwandte. Da auch Mose nicht nach Kanaan darf, wird Josua als sein Nachfolger bestimmt und geweiht. Es werden noch einmal die Opferregelungen beschrieben. Die Gelübde von Frauen sind ebenso gültig wie die der Männer, falls ihr Vater oder Mann keinen Einspruch erhebt.

Der Vernichtungskrieg gegen die Midianiter (Kapitel 31)

Gott gibt Mose die Anweisung, Rache an den Midianitern zu üben. Die Midianiter werden angegriffen und geschlagen. Danach befiehlt Mose, alle zu töten, lediglich Jungfrauen werden gefangen genommen. Die Beute der Schlacht wird auf die Stämme verteilt, und die Heerführer opfern Gott zum Dank für diesen Sieg, bei dem kein Israelit ums Leben gekommen ist. Danach enthält es rituelle Vorschriften über die Reinigung von Waffen und Gerät nach einem Völkermord.

Vorbereitungen auf die Vertreibung der Kanaaniter und ihre spätere Ausrottung (Kapitel 32–36)

Die Stämme Ruben und Gad wollen im gerade eroberten Ostjordanland bleiben, doch sie versprechen, gemeinsam mit dem Volk Israel um weitere Gebiete zu kämpfen.

Das Volk zieht weiter durch die Wüste. Auf dieser Reise stirbt Aaron auf dem Berg Hor. Gott befiehlt den Israeliten, das Volk der Kanaaniter zu vertreiben und ihre Götterstatuen zu zerstören. Die Ausdehnung des Landes wird genau beschrieben, und per Los sollen die Gebiete aufgeteilt werden. In einigen der Städte, die die Leviten bekommen, soll Menschen, die unabsichtlich jemanden getötet haben, Unterschlupf gewährt werden, bis ihr Fall vor Gericht entschieden wird. Jeder andere Mord soll mit dem Todesurteil bestraft werden. Am Ende des 4. Buches Mose wird festgelegt, dass Grundstücke nur innerhalb eines Stammes vererbt werden dürfen.

Siehe auch

Literatur

Allgemein

  • Hanna Liss: Tanach – Lehrbuch der jüdischen Bibel (= Schriften der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg. Band 8), Universitätsverlag Winter, Heidelberg 3. Aufl. 2011, ISBN 978-3-8253-5904-1.

Forschungsberichte

  • Ludwig Schmidt: Literatur zum Buch Numeri. In: Theologische Rundschau. 63, 1998, S. 241–266.
  • Ludwig Schmidt: Neuere Literatur zum Buch Numeri (1996–2003). In: Theologische Rundschau. 70, 2005, S. 389–407.

Kommentare

  • Baruch A. Levine: Numbers 1–20. A New Translation with Introduction and Commentary. The Anchor Bible 4A. Doubleday, New York 1993. (528 S.) ISBN 0-385-15651-0 Numbers 21–36. The Anchor Bible 4B. Doubleday, New York 2000. (614 S.)
  • Thomas Staubli: Die Bücher Levitikus, Numeri. Neuer Stuttgarter Kommentar.AT 3. Verl. Kath. Bibelwerk, Stuttgart 1996, ISBN 3-460-07031-5.
  • Dennis Cole: Numbers. The New American Commentary 3B. Broadman & Holman, Nashville TN 2000. (590 S.), ISBN 0-8054-9503-7.
  • W. H. Bellinger, Jr.: Leviticus and Numbers. New International Biblical Commentary, Old Testament Series 3. Hendrickson Publishers, Peabody, Mass. / Paternoster Press, Carlisle 2001, ISBN 1-56563-213-3.
  • Raymond Brown: The Message of Numbers. Journey to the Promised Land. The Bible Speaks Today, Old Testament Series. Inter-Varsity Press, Leicester 2002, ISBN 0-85111-491-1 (allgemeinverständlich, anwendungsorientiert).
  • Daniel Krochmalnik: Schriftauslegung. Die Bücher Levitikus, Numeri und Deuteronomium im Judentum. Neuer Stuttgarter Kommentar.AT 33/5. Verl. Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2003, ISBN 3-460-07335-7.
  • Horst Seebass: Numeri. Biblischer Kommentar – Altes Testament 4. Bd. 2: Numeri 10,11 – 22,1. 2003,(374 S.) ISBN 3-7887-1475-1.
  • Ludwig Schmidt: Das vierte Buch Mose – Numeri, 10,11 – 36,13. Das Alte Testament deutsch 7/2. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-51128-0.

Einzelstudien

  • Olivier Artus: Etudes sur le livre des nombres. Récit, histoire et loi en Nb 13,1–20,13. Orbis biblicus et orientalis 157. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen u. a. 1997, ISBN 3-525-53793-X.
  • Hanna Liss: Das Problem des eifernden Mannes: Das Eifer-Ordal in der biblischen Überlieferung und in der jüdischen Tradition, in: Sylke Lubs – Louis Jonker – Andreas Ruwe u. a. (Hg.), Behutsames Lesen. Alttestamentliche Exegese im interdisziplinären Methodendiskurs. Christof Hardmeier zum 65. Geburtstag, ABG 28, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2007,197-215, ISBN 978-3-374-02524-4.
  • John William Wevers: Notes on the Greek Text of Numbers. Society of Biblical Literature Septuagint and Cognate Studies Series 46. Scholars Press, Atlanta GA 1998, ISBN 0-7885-0504-1.
  • Reinhard Achenbach: Die Vollendung der Tora. Studien zur Redaktionsgeschichte des Numeribuches im Kontext von Hexateuch und Pentateuch. Beihefte zur Zeitschrift für Altorientalische und Biblische Rechtsgeschichte 3. Harrassowitz, Wiesbaden 2003, ISBN 3-447-04602-3.

Weblinks

Aaron (biblische Person)

Aaron (hebräisch אַהֲרֹן Aharon; arabisch هارون Harun, möglicherweise von ägyptisch ‘3 rn „groß ist der Name (Gottes)“ oder durch Lautwandeln von l zu r aus hebräisch אַהֲלוֹן, ahǎlôn „Zeltmann“ oder von hebräisch ארון Aron „(Bundes-)Lade, Kasten“) ist nach biblischer Überlieferung (2. Buch Mose) der ältere Bruder des Mose und erster Hohepriester der Israeliten. Die Schwester der beiden war Mirjam.

Aaron war der Sohn des Amram und der Jochebed, aus dem Stamm Levi und drei Jahre älter als Mose, dessen Sprecher (biblisch „Mund, Prophet“; Ex 4,14 ; 7,1 ) er bei dem israelitischen Befreiungs- und Gesetzgebungswerk war.

Aaronitischer Segen

Der aaronitische Segen (hebräisch בִּרְכַּת כֹּהֲנִים birkat kohanim) ist der älteste überlieferte Segenspruch der Bibel, der bis heute im Gottesdienst des Judentums wie des Christentums gesprochen wird. Nach 4 Mos 6,24 offenbarte Gott den Text Mose. Aaron, dem älteren Bruder Moses, und seinen Söhnen, den Ahnen aller israelitischen Priester und Hohepriester, soll Segen für das ganze Volk Israel aufgetragen werden. Er stand nach dem Kontext in enger Verbindung mit dem Opferkult am Jerusalemer Tempel, kann aber auch schon vorher unabhängig davon bekannt gewesen sein.

Abihu

Abihu ist der im Alten Testament erwähnte zweite Sohn Aarons.

Bileam

Bileam (hebräisch בִּלְעָם, auch als Balaam bekannt), der Sohn des Beor, war ein am Euphrat wohnender Prophet. Er wollte, trotz Gottes eindeutigem Missfallen, die Israeliten für Geld in Gottes Namen verfluchen, aber gemäß der biblischen Erzählung musste er entgegen seiner zwischenzeitlichen Absicht Israel segnen.

Eleasar

Eleasar (hebräisch אֶלְעָזָר, nicht zu verwechseln mit dem Sohn des Mose und der Zippora, Elieser) wird, als dritter der vier Söhne des Aaron, erstmals im 2. Buch Mose (Exodus) Kapitel 6,23 erwähnt. Er gehörte zum Stamm Levi. Sein Vater Aaron, der Bruder des Propheten Mose, heiratete Elischeba, welche aus dem Geschlecht Juda stammte. Seine zwei älteren Brüder mussten sterben, als sie Gott in der Stiftshütte „ein fremdes Feuer“ opferten (3. Mose 10,1). Als sein Vater Aaron, der bisherige Hoherpriester auf dem Berg Hor gestorben war, bekam Eleasar das Hoherpriesteramt (4. Mose 20,28) durch Moses übertragen um den Dienst in der Stiftshütte auszuüben. Moses bat ihn sogar die Kleider Aarons anzuziehen.

Später bestimmt Eleasar zusammen mit Josua, dem direkten Nachfolger des Moses, die Aufteilung des gelobten Landes Kanaan auf die Stämme Israels (4. Mose 34,17).

Nach Ex 6,25 war er mit der Tochter Putiëls verheiratet. Sein Sohn Pinhas wurde sein Nachfolger als Hoherpriester.

Jochebed (Bibel)

Jochebed ist im Alten Testament die Mutter Moses, Aarons und Mirjams.

Josua, der Sohn Nuns

Josua, der Sohn des Nun ist eine biblische Gestalt. Josua führte als Nachfolger des Mose die Israeliten bei der Eroberung des Landes Kanaan an.

Kaleb

Kaleb, der Sohn Jefunnes, ist im Alten Testament in der Zeit der Wüstenwanderung der Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten zunächst Kundschafter des Stammes Juda. Später erhält er Erbbesitz in Hebron in Kanaan. Er wird hauptsächlich in den Büchern Numeri, Deuteronomium, Josua und Richter erwähnt. Er gilt als Vorbild für die Treue zu JHWHs Verheißungen, die das übrige Volk Israel fortlaufend verweigerte und verriet.

Eine weitere Person gleichen Namens wird u. a. in 1 Chr 2,9 erwähnt.

Kehat (Bibel)

Kehat ist im Alten Testament der zweitälteste Sohn Levis und Stammvater der Kehatiter.

Korach (biblische Figur)

Korach (hebräisch קֹרַח, arabisch قارون Qārūn) war der Anführer eines Aufstands gegen Mose während des Exodus des Volkes Israel (Num 16,9 ).

Rotte Korach ist die von Luther gewählte Übersetzung für die Anhängerschaft des Korach (Num 26,9 ). Das hebräische Wort hat keine negative Bedeutung wie das deutsche „Rotte“ oder das heute häufigere „Zusammenrottung“. Zur grammatischen Form des Ausdrucks, der sich im Deutschen eingebürgert hat, siehe Status constructus.

Söhne Korachs oder Korachiter bezeichnet die Nachkommen Korachs zur Zeit des Tempels. Sie werden im ersten Buch der Chronik (Kap. 6, 9, 12 und 16) als Musiker und Türhüter im Tempel sowie in einigen Psalmüberschriften als Verfasser genannt.

Merari

Merari ist im Alten Testament der jüngste Sohn Levis und Stammvater der Merariter.

Milka (Bibel)

Milka (hebräisch מִלְכָּה) ist ein hebräischer Frauenname und bedeutet die Regierende. In der Bibel finden sich zwei Trägerinnen dieses Namens.

Mirjam (Prophetin)

Mirjam (hebr. מִרְיָם; arabisch مریم) war nach Überlieferung des Alten Testaments die Schwester Moses und Aarons und eine Prophetin.

Nadab (Priester)

Nadab war laut Bibel der erstgeborene Sohn des Hohepriesters Aaron, ein Neffe Moses. Er und sein jüngerer Bruder Abihu waren Gehilfen ihres Vaters bei der Einweihung der Stiftshütte (einer Vorform des Jerusalemer Tempels) und selbst zu Priestern bestimmt. Doch infolge eines Verstoßes gegen die strengen Opfervorschriften des 3. Buchs Mose sollen sie durch ein vom Altar ausgehendes Feuer getötet worden sein.

Die jüngeren Brüder Nadabs, Eleasar und Itamar, wurden bei seiner und Abihus öffentlicher Bestattung zu ihren Nachfolgern gemacht und erhielten die Mahnung, keinen Alkohol zu trinken, das Heilige vom Unheiligen, das Reine vom Unreinen zu unterscheiden. So wurde der Tod ihrer älteren Brüder zur Warnung an alle nachfolgenden Priester aus dem Stamm der Leviten, die Heiligkeit Gottes zu achten und seine Gebote bis in die Details hinein einzuhalten (Lev 10,1-11 ).

Der Priestersohn Nadab ist nicht zu verwechseln mit dem späteren König gleichen Namens.

Parascha

Parascha (hebr. פרשה, Einteilung, Absonderung; Plural פרשות Paraschot oder פרשיות Paraschiot oder Paraschijot) ist ein Leseabschnitt nach babylonischer Ordnung im masoretischen Text der Tora. Nach palästinischer Ordnung ist die Tora ebenfalls in Abschnitte aufgeteilt, genannt Sidra (aramäisch סדרא, Ordnung, dazu der hebräische Plural סדרות, Sidrot).

Ruben (Bibel)

Ruben (hebräisch רְאוּבֵן re'uwên) heißt im Tanach, der hebräischen Bibel, der erste Sohn Jakobs. Sein Name bezeichnet dort zugleich den Stamm seiner Nachkommen. Alle Israeliten führen sich auf die Jakobsöhne als Erzväter der Zwölf Stämme Israels zurück.

Sihon

Sihon (hebräisch סיחון) war ein in den 5 Büchern Mose genannter Amoriterkönig in Hesbon, an den die Israeliten bei ihrer Ankunft im Ostjordanland Boten sandten mit der Bitte, durch sein Land ziehen zu dürfen. Sihon verweigerte den Durchzug und rückte ihnen mit seiner Streitmacht entgegen. Er wurde jedoch bei Jahza von den Israeliten geschlagen. Israel nahm sein Land vom Arnon bis zum Jabbok in Besitz und siedelte sich in den Städten an. Das Land des Sihons wurde Ruben und Gad zugeteilt (4. Mose 32,33).

Wofsi

Wofsi ist im Alten Testament ein Mann aus dem Stamm Naftali. Er wird nur in Num 13,14 erwähnt.

Zelot

Der Begriff Zelot (von altgriechisch ζηλωτής zelotes, ‚Eiferer‘; hebräisch קנאי kanai) leitet sich von der biblischen Person Pinchas ben Eleasar, einem Enkel Aarons, ab, der ein religiöser Eiferer war und mit dem Speer in der Hand „für seinen Gott eiferte“. Dies tat er, indem er einem anderen Israeliten, der sich mit einer fremden Frau eingelassen hatte, in dessen Zelt folgte und ihn und die Frau mit seinem Speer durchbohrte (4. Buch Mose, 25). Im Folgenden wurden bestimmte religiöse jüdische Eiferer jahrhundertelang als Zeloten bezeichnet.

In der deutschen Bildungssprache wird die Bezeichnung Zelot heute manchmal auch allgemein für einen Eiferer oder Fanatiker verwendet, jedoch nach wie vor üblicherweise für einen religiös motivierten.

Im Zusammenhang mit dem sogenannten Synkretistischen Streit werden die orthodoxen Lutheraner (als eine der beiden Streitparteien) als Zeloten bezeichnet.

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