2. Buch Mose

Das 2. Buch Mose, auf hebräisch שְׁמוֹת Schemot, deutsch ‚Namen‘, auf altgriechisch Ἔξοδος Éxodos, deutsch Exodus genannt, ist das zweite Buch der Tora und des jüdischen Tanach wie auch des christlichen Alten Testaments und damit das zweite Buch der beiden Fassungen des biblischen Kanons.

תּוֹרָה Tora ; Fünf Bücher Mose ; Pentateuch
  • hebräisch בְּרֵאשִׁית Bereschit, deutsch ‚Im Anfang‘; 1. Buch Mose; Genesis
  • שְׁמוֹת Schemot, deutsch ‚Namen‘; 2. Buch Mose; Exodus
  • וַיִּקְרָא Wajikra, deutsch ‚Und er rief‘; 3. Buch Mose; Levitikus
  • בְּמִדְבַּר Bemidbar, deutsch ‚In der Wüste‘; 4. Buch Mose; Numeri
  • דְּבָרִים Devarim, deutsch ‚Worte‘; 5. Buch Mose; Deuteronomium
Die 24 Bücher des Tanach (TaNaKh)
Tora (Weisung, Lehre)
Nevi’im (Propheten)
Ketuvim (Schriften)
Eingerückt: die fünf Megillot.
Reihenfolge nach BHS; kann sich je nach Ausgabe unterscheiden.
Bücher des Alten Testaments
Pentateuch
Geschichtsbücher
Lehrbücher
Propheten

„Große“

„Kleine“ (Zwölfprophetenbuch)

Hortus Deliciarum, Moses führt das Volk Israel durch das Rote Meer
„Moses führt das Volk Israel durch das Rote Meer“ – Darstellung aus dem Hortus Deliciarum der Herrad von Landsberg (um 1180)

Etymologien

Im Judentum heißt das Buch nach dem hebräischen Original Sefer Schemot (ספר שמות), was „Buch der Namen“ bedeutet. Der Name leitet sich von den ersten Worten des Buches Schemot („Namen“, שמות) her. Die Benennung nach direkten oder bedeutendsten Anfangsworten ist mit ihrer Verwendung als Parascha oder Sidra („Wochenabschnitt“) für die Lesung der Tora („Weisung, Lehre“) in der Synagoge im Judentum verknüpft.

Der lateinische Name Exodus leitet sich ab vom griechischen Ἔξοδος („Auszug“), womit der Auszug der Israeliten aus der Sklaverei unter ägyptischer Herrschaft gemeint ist.

Die deutsche Bezeichnung 2. Buch Mose geht vor allem auf die Bibelübersetzung Martin Luthers zurück und folgt dem sonstigen traditionellen jüdischen und kirchlichen Sprachgebrauch, der traditionell Mose als Autor benennt.

Übersicht

Das 2. Buch Mose besteht in seinem ersten Teil aus den Erzählungen über den Auszug der Israeliten aus Ägypten unter der Führung des Mose auf dem Weg in das durch JHWH den Israeliten versprochene Land Kanaan.

Die Erzählung beginnt mit der Geburt Moses und beschreibt aufkeimende Konflikte zwischen Israeliten und Ägyptern. Der Auszug wird den Israeliten erst gestattet, nachdem Ägypten von den Zehn Plagen heimgesucht wurde. Er führt durch das Schilfmeer, dessen Durchzug als wunderbares Handeln Gottes beschrieben wird, und weiter in die Wüste des Sinai, wo Gott am Berg Sinai Moses die Zehn Gebote offenbart.

Es folgt der Bund Gottes mit dem Volk Israel, bei dem die Rolle Aarons, des älteren Bruders Moses, an Bedeutung gewinnt. In einem Bundesbuch genannten Kodex werden in Kapitel 21 bis 24 Bundesgesetze zusammengestellt, die das Volk Israel als eine Theokratie unter Führung einer Priesterschaft einrichten. Als Zeichen dieses Bundes werden die Bundeslade, ein Holzkasten mit Steintafeln darin, auf denen die Zehn Gebote eingeschrieben sind, und ein transportabler Zelt-Tempel vom Tross als Heiligtum mitgeführt. Das Tempelzelt, dessen Konstruktion sehr detailliert beschrieben wird, stellt die erste Form des israelitischen Tempels dar.

Das 2. Buch Mose steht in engem Zusammenhang mit den anderen vier Büchern Mose, der Tora oder des Pentateuch. Zeitlich ist es dem 1. Buch Mose nachgeordnet. An das 2. Buch Mose schließen das 3. und 4. Buch Mose inhaltlich an. Das 5. Buch Mose stellt in mancher Hinsicht eine Zusammenfassung des 2.–4. Buches dar, geht aber in seinen Lehren auch darüber hinaus.

Autorschaft

Das 2. Buch Mose selbst nennt keinen Autor. Der deutsche Name folgt der jüdischen und christlichen Tradition einer Autorschaft Moses, die den gesamten Pentateuch (die fünf Bücher Mose) als von Mose verfasst sieht. Diese Sichtweise wird heute nur noch von orthodoxen Juden sowie einem Teil der Christen (hauptsächlich aus dem evangelikalen und/oder fundamentalistischen Spektrum) vertreten.

Die Frage der Autorschaft ist im Artikel Tora ausführlicher behandelt.

Wichtige Aussagen und Themen

Moses-Ribera
Moses mit den Gesetzestafeln
Gemälde von José de Ribera, 1638

Zentrales Thema des Buches ist der Bund Gottes mit dem Volk Israel. Mehrfach findet sich das Motiv des oder der zweifelnden Menschen, der Abfall von Gott, die Rückkehr zu Gott und die Bestrafung oder Vergebung durch Gott mit Erneuerung oder Bestätigung des geschlossenen Bundes.

Gleichzeitig ist die Rolle des Volks Israel in der Beziehung zu seinem JHWH genannten Gott von Bedeutung. Letztlich gibt das 2. Buch Mose die Rechtfertigung für den Anspruch des jüdischen Volkes auf sein Land. Gleichzeitig führt die jüdische Religion viele ihrer grundlegenden Glaubensinhalte auf Offenbarungen Gottes zurück, die im 2. Buch Mose zu finden sind.

Im Christentum gilt der Auszug aus Ägypten als wichtigstes Bild für den Abschied von der Sklaverei der Sünden, der unter der Führung Christi möglich wird.

Zentrale Inhalte sind:

Anmerkungen zum Gottesnamen: Die Aussprache des Gottesnamen ist nicht eindeutig, da nur die Konsonanten des Namens überliefert sind. Die genaue Konsonantenfolge nach dem hebräischen Text ist JHWH. Aus Ehrfurcht vor Gott sprachen die Juden den Gottesnamen JHWH selten aus und benutzten stattdessen andere Bezeichnungen wie Adonai (hebr: mein Herr), Elohim (Gott) oder Haschem (der Name).

Inhaltliche Zusammenfassung

Die Israeliten in Ägypten und Mose Geburt und Auftrag (Kapitel 1–4)

Die Israeliten leben als Landarbeiter und Sklaven in Ägypten und sind im Wesentlichen rechtlos. Der Säugling einer levitischen israelitischen Familie wird in einem Schilfkorb im Nil ausgesetzt, um ihn vor der vom Pharao angeordneten Tötung der männlichen israelitischen Kinder zu bewahren. Er wird von einer Tochter des Pharao gefunden und aus Mitleid unter dem Namen Mose adoptiert. Zum Stillen wird gerade seine leibliche Mutter als Amme bestimmt.

Mose wächst unter den Ägyptern auf, fühlt sich aber als Hebräer. Nachdem er einen Ägypter erschlagen hat, der einen Hebräer bedrohte, flieht er aus dem Land, und heiratet Zippora, die Tochter des midianitischen Priesters Jetro. Hier offenbart sich ihm JHWH im brennenden Dornbusch, der Gott Israels, und teilt Mose seinen Rettungsplan für das Volk Israel mit: Mose soll nach Ägypten zurückkehren, die Israeliten von dort herausführen, und sein älterer Bruder Aaron soll sein Sprecher sein.

Mose und Aaron vor dem Pharao: Die Zehn Plagen (Kapitel 5–13)

Der Bitte Moses und Aarons, die Israeliten ziehen zu lassen, begegnet der Pharao mit einer Erhöhung der Zwangsarbeit. Daraufhin sucht Gott die Ägypter zuerst durch neun Plagen heim, um den Pharao zum Ziehenlassen der Israeliten zu bewegen:

  1. Das Nilwasser wird zu Blut;
  2. Frösche wimmeln im Land;
  3. Mücken plagen Mensch und Tier;
  4. Stechfliegen plagen Mensch und Tier;
  5. Eine Seuche rafft das Vieh dahin;
  6. Bei Mensch und Vieh brechen Geschwüre auf;
  7. Hagelstürme verwüsten das Land;
  8. Heuschrecken fressen das Land kahl;
  9. Drei Tage herrscht Dunkelheit im Land;

Obwohl von den immer bedrohlicher werdenden Plagen erschrocken, gewährt der Pharao den Auszug der Israeliten nicht. Das Volk der Kinder Israels wird von den Plagen verschont.

Erst die letzte, zehnte Plage, der Tod aller männlichen Erstgeborenen der Ägypter, überzeugt den Pharao, die Israeliten ziehen zu lassen. Das jüdische Pessachfest, dessen Vorschriften Gott Mose am Vorabend des Auszugs offenbart, erinnert an das Verschonen der Erstgeborenen der Israeliten.

Verfolgung der Israeliten und Durchquerung des Schilfmeeres (Kapitel 13–15)

Die Israeliten brechen von Sukkot zum Schilfmeer (vermutlich das Rote Meer oder dortiger See) auf und werden vom ägyptischen Heer verfolgt, da der Pharao die Erlaubnis zum Auszug bereut. Der Furcht der Israeliten begegnet ihr Gott mit der Trockenlegung des Schilfmeeres, wodurch ihnen ein Fluchtweg eröffnet wird. Die verfolgenden Ägypter ertrinken in den wieder einfallenden Wassermassen. Es folgt ein Lobgesang der Geretteten.

Durch die Wüste (Kapitel 16–18)

Von Elim am Schilfmeer brechen die Israeliten durch die Wüste Sin zum Sinai auf; in der Wüste wird der wegen Hunger murrende Wanderzug auf wunderbare Weise versorgt (Wachteln, Manna). Das beim Lager Rifidim mangelnde Wasser wird ebenfalls durch ein Gotteswunder beigebracht. Auch Kriegshandlungen gegen Amalek werden mit göttlicher Hilfe gewonnen. Hier wird Mose auch mit seiner Frau und seinen Kindern wieder vereint.

Am Sinai: Die Zehn Gebote und die Bundesgesetze (Kapitel 19–23)

Die Israeliten erreichen den Berg Sinai, den Mose erklimmt und dort seinem Gott begegnet. Gottes Absicht, mit den Israeliten einen Bund zu schließen, der sie zu seinem auserwählten, heiligen Volk macht, das er segnen wird, wird von den Israeliten freudig akzeptiert.

Nur Mose erhält die Erlaubnis, Gott auf dem Berg Sinai zu begegnen, wo die Zehn Gebote verkündet werden. Im Anschluss erfolgt eine ausführliche Gesetzgebung, die konkret das zivile Leben der Israeliten als Gottes ausgewähltem Volk regeln soll und als "Bundesbuch" (20,22-23,33) bezeichnet wird.[1] Unter anderem das Opfern, die Sklavenhaltung und was unter Todesstrafe steht. Nach diesen Verkündigungen begibt sich Mose wieder zu den Israeliten, um ihnen die von Gott erlassenen Gesetze mitzuteilen.

Die Steintafeln der Gebote, die Bundeslade, Priesterstand und Altaropfer (Kapitel 24–31)

Mose steigt wieder auf den Berg Sinai, um von Gott die Zehn Gebote, in Stein gemeißelt, entgegenzunehmen (24,12ff). Zuvor wird der Bundesschluss am Sinai beschrieben. Dabei wird zweimal erwähnt, dass das Volk einstimmig die Rechtssatzungen annimmt und befolgen will (24,3.7). Zusätzlich wird der Bau der Bundeslade und des Tempelzeltes, des Heiligtums der Israeliten, sowie die dabei zu beachtenden Vorschriften bekannt gemacht. Aaron und seine Nachkommen sollen den Priesterstand der Israeliten darstellen, und Vorschriften zum Darbringen der Opfer auf dem Altar werden gegeben. Den Sabbat betreffend gibt Gott die Vorgabe, dass er zu halten ist, und "[w]er ihn entweiht, soll mit dem Tod bestraft werden"(Ex 31,14 ). Zum Schluss händigt Gott Mose die beiden von ihm eigenhändig beschriebenen Steintafeln mit den Zehn Geboten aus.

Das goldene Kalb (Kapitel 32–34)

Während Mose auf dem Berg Sinai weilt, werden die Israeliten ungeduldig und verlangen von Aaron, einen materiellen Gott zu machen, wie es in jener Zeit üblich war. Aaron sammelt Gold und stellt ein Goldenes Kalb her, welches er und die Israeliten anbeten. Gott teilt Mose den Abfall der Israeliten mit und kündigt an, sie zu töten, doch Mose bittet um Nachsicht, die Gott schließlich gewährt. Als Mose im Lager ankommt, zerbricht er im Zorn die Steintafeln und zerstört das Goldene Kalb. Die Leviten erweisen sich als Gott getreu und erhalten von Mose den Auftrag, die männlichen abtrünnigen Verwandten mit dem Schwert umzubringen. Danach begibt sich Mose wieder auf den Berg Sinai, um Gott gnädig zu stimmen. Er erhält Vergebung, neue Steintafeln sowie erneute Verheißung und weitere Vorschriften und Gesetze für die Israeliten.

Errichten der Bundeslade und des Mischkans (Kapitel 35–40)

Nach seiner Rückkehr versammelt Mose die Israeliten, und teilt ihnen Gottes Weisungen mit. Danach werden die Bundeslade, der Mischkan sowie der Altar errichtet und Aaron als Priester gesegnet. Diese Kapitel enthalten in weiten Teilen eine Wiederholung der in Kapitel 24–31 gegebenen Vorschriften.

Zusammenfassende Grobgliederung

Exodus Grobgliederung
Gliederung

Historische Genauigkeit

Das 2. Buch Mose spricht von etwa 600.000 erwachsenen Männern, die aus Ägypten auszogen, dazu Frauen und Kindern. Diese Zahl wurde in der Vergangenheit oft unkritisch als historische Begebenheit akzeptiert. Die moderne Forschung sieht hingegen zumindest keine Beweise für die Historizität der geschilderten Ereignisse. Archäologische Hinweise auf derartig große Bevölkerungsbewegungen im Sinaigebiet oder eine Einwanderung nach Kanaan liegen nicht vor; in Kanaan lebten zu jener Zeit nur 50.000 bis 100.000 Menschen. Viele Forscher gehen daher von einer viel kleineren Auswanderung aus, die auch noch gar nicht alle zwölf Stämme umfasst habe.

Andere Gelehrte halten die gesamte Exodus-Erzählung nicht nur für eine Übertreibung, sondern für eine freie Erfindung. So argumentierten die Archäologen Israel Finkelstein und Neil Asher Silberman im Jahr 2001, eine Landnahme Kanaans durch aus Ägypten heimgekehrte Israeliten lasse sich nicht nur nicht nachweisen; vielmehr zeigte die Kontinuität in materiellen Befunden sogar deutlich, dass es zu keiner nennenswerten Einwanderung gekommen sei. Denkbar sei allenfalls eine Eroberung der kanaanitischen Städte durch nomadische Stämme am Ende des zweiten vorchristlichen Jahrtausends, die sich aber bereits seit Jahrhunderten im Land befunden hätten. Die biblische Erzählung verzerre demnach die Erinnerung an einen Bürgerkrieg zwischen Land- und Stadtbevölkerung, indem sie ihn zu einer Landnahme umdeute.

Siehe auch

Literatur

Allgemeines

  • Watson E. Mills: Exodus. Bibliographies for Biblical Research 2. Mellen Biblical Press, Lewiston NY u. a. 2001, ISBN 0-7734-2447-4.
  • Das erste und zweite Buch Mose. Konkordante Übersetzung, Pforzheim 1993, ISBN 3-88475-015-1.
  • Hanna Liss: Tanach. Lehrbuch der jüdischen Bibel. Schriften der Hochschule für Jüdische Studien, Band 8. 3. Auflage Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-8253-5904-1.

Kommentare

  • Athalya Brenner (Hrsg.): Exodus to Deuteronomy. A Feminist Companion to the Bible. The Feminist Companion to the Bible 2,5. Academic Press, Sheffield 2000, ISBN 1-84127-079-2.
  • Christoph Dohmen: Exodus 19–40 (= HThKAT. Band 2). Herder, Freiburg i. Br. u. a. 2004, ISBN 3-451-26805-1.
  • Cornelis Houtman: Exodus. 4 Bde. Historical Commentary on the Old Testament, 3. Transl. from the Dutch, 1993–2002.
    • Bd. 1: Chapters 1:1–7:13. 1993, ISBN 90-242-6213-5, S. 554
    • Bd. 2: Chapters 7:14–19:25. 1996, ISBN 90-242-6194-5, S. 466
    • Bd. 3: Chapters 20–40. 2000, ISBN 90-429-0805-X, S. 737
    • Bd. 4: Supplement. ISBN 90-429-1126-3.
  • Jörg Meuth: Wenn Gott befreit. Bilder und Meditationen zu den Texten aus dem Buch Exodus. Aussaat-Verl., Neukirchen-Vluyn 2001, ISBN 3-7615-5146-0 (geistl. Meditation).
  • William H. C. Propp: Exodus 1–18. A New Translation with Introduction and Commentary. The Anchor Bible 2. Doubleday, New York u. a. 1999, ISBN 0-385-14804-6.
  • Werner H. Schmidt: Exodus 1,1–6,30 (= BKAT. Band II/1). 2. Auflage. Neukirchener Theologie, Neukirchen-Vluyn 2011, ISBN 978-3-7887-2264-7.
  • Werner H. Schmidt: Exodus 7,26–11,10 (= BKAT. Band II/2). Neukirchener Theologie, Neukirchen-Vluyn 1999, ISBN 978-3-7887-1958-6.
  • Helmut Utzschneider, Wolfgang Oswald: Exodus 1–15 (= IEKAT.) Kohlhammer, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-17-022222-9.

Einzelstudien

  • W. F. Albright: From the Stone Age to Christianity. (2nd ed.) Doubleday/Anchor.
  • W. F. Albright: Archaeology and the Religion of Israel. (5th ed.) 1969, Doubleday/Anchor.
  • Sabine Frank: Das Exodusmotiv des Alten Testaments. Religionsgeschichtliche, exegetische sowie systematisch-theologische Grundlagen und fachdidaktische Entfaltungen (= Forum Theologie und Pädagogik. Band 10). Lit-Verl., Münster 2004, ISBN 3-8258-7510-5.
  • Sigmund Freud: Der Mann Moses und die monotheistische Religion. 1937/1938.
  • Meik Gerhards: Die Aussetzungsgeschichte des Mose. Literar- und traditionsgeschichtliche Untersuchungen zu einem Schlüsseltext des nichtpriesterlichen Tetrateuch. Wissenschaftliche Monographien zum Alten und Neuen Testament 109. Neukirchener Verl., Neukirchen-Vluyn 2006, ISBN 3-7887-2137-5.
  • Jan Christian Gertz: Tradition und Redaktion in der Exoduserzählung. Untersuchungen zur Endredaktion des Pentateuch (= FRLANT. Band 186). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2000, ISBN 3-525-53870-7.
  • Martin Ravndal Hauge: The Descent from the Mountain. Narrative Patterns in Exodus 19–40. JSOTSup 323. Acad. Press, Sheffield 2001, ISBN 1-84127-177-2.
  • James K. Hoffmeier: Israel in Egypt. The Evidence for the Authenticity of the Exodus Tradition. Oxford Univ. Press, New York u. a. 1999, ISBN 0-19-509715-7.
  • Edgar Kellenberger: Die Verstockung Pharaos. Exegetische und auslegungsgeschichtliche Untersuchungen zu Exodus 1–15 (= BWANT. Band 171 = Folge 9,11). Kohlhammer, Stuttgart 2006, ISBN 3-17-019418-6.
  • Michael D. Oblath: The Exodus Itinerary Sites. Their Locations from the Perspective of the Biblical Sources (= SBL. Band 55). Lang, New York u. a. 2004, ISBN 0-8204-6716-2.
  • Encyclopaedia Judaica. Keter Publishing, entry on „Population“, volume 13, column 866.
  • Konrad Schmid: Erzväter und Exodus. Untersuchungen zur doppelten Begründung der Ursprünge Israels in den Geschichtsbüchern des Alten Testaments (= WMANT. Band 81). Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1999, ISBN 978-3-7887-1717-9.
  • Y. Shiloh: The Population of Iron Age Palestine in the Light of a Sample Analysis of Urban Plans, Areas and Population Density. In: Bulletin of the American Schools of Oriental Research (BASOR), 1980, 239:25–35.
  • Exploring Exodus: The Origins of Biblical Israel. Nahum Sarna, Shocken Books, 1986 (first edition), 1996 (reprint edition), chapter 5, „Six hundred thousand men on foot“.
  • Those Amazing Biblical Numbers: Taking Stock of the Armies of Ancient Israel. William Sierichs, Jr.
  • The Rise of Ancient Israel : Symposium at the Smithsonian Institution October 26, 1991. Von Hershel Shanks, William G. Dever, Baruch Halpern and P. Kyle McCarter, Biblical Archaeological Society, 1992.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Wolfgang Oswald: Bundesbuch. Abgerufen am 16. März 2018.
Aaron (biblische Person)

Aaron (hebräisch אַהֲרֹן Aharon; arabisch هارون Harun, möglicherweise von ägyptisch ‘3 rn „groß ist der Name (Gottes)“ oder durch Lautwandeln von l zu r aus hebräisch אַהֲלוֹן, ahǎlôn „Zeltmann“ oder von hebräisch ארון Aron „(Bundes-)Lade, Kasten“) ist nach biblischer Überlieferung (2. Buch Mose) der ältere Bruder des Mose und erster Hohepriester der Israeliten. Die Schwester der beiden war Mirjam.

Aaron war der Sohn des Amram und der Jochebed, aus dem Stamm Levi und drei Jahre älter als Mose, dessen Sprecher (biblisch „Mund, Prophet“; Ex 4,14 ; 7,1 ) er bei dem israelitischen Befreiungs- und Gesetzgebungswerk war.

Benjamin (Bibel)

Benjamin (hebräisch בִּנְיָמִין) ist nach dem Alten Testament der jüngste Sohn des Patriarchen Jakob und seiner Lieblingsfrau Rahel.

Brennender Dornbusch

Im brennenden Dornbusch (hebräisch הַסְּנֶה בֹּעֵר ha-səneh boʕēr, Ex 3,2 ) erschien nach der Erzählung im Tanach (Ex 2,23 bis Ex 4,18 ) Gott auf dem Berge Horeb dem Mose, um ihm den Auftrag zu erteilen, das Volk Israel aus Ägypten zu führen. Auf Moses Frage teilte er ihm dort auch seinen Namen JHWH mit.

Dan (Bibel)

Dan ist im Alten Testament der fünftälteste Sohn des Stammvaters Jakob und Bilhas, der Dienerin Rahels. Seine Nachkommen werden als Stamm Dan bezeichnet. Die Stadt, in der dieser Stamm wohnte, hieß ebenfalls Dan.

Gad

Gad (hebräisch גָּד, „Glück, günstige Führung“) ist der Name eines der zwölf Söhne Jakobs im Tanach, der hebräischen Bibel. Diese gelten dort als Stammväter der Zwölf Stämme Israels. Gad ist der siebte Sohn Jakobs und der erste von Silpa, der Magd von Jakobs Frau Lea (Gen 30,9ff ). Sein direkter, jüngerer Bruder war Asser. In anderen Stammeslisten erscheinen Gad und Asser als Letzte in der Reihung der Söhne (Gen 35,26 ; 1 Chr 1,1ff ). Als der Stamm von Jakob nach Ägypten umzieht, hat Gad sieben Söhne (Gen 46,16 ).

Jakob

Jakob (hebräisch יַעֲקֹב Jaʿakow), auch Jisrael oder Israel genannt, Sohn Isaaks und Enkel Abrahams, ist nach dem 1. Buch Mose der Bibel der dritte der Erzväter der Israeliten.

Jitro (Person)

Jitro (hebräisch יִתְרוֹ; auch: Jethro oder Jetro) ist in der Tora, den biblischen Fünf Büchern Moses, der (nicht-jüdische) Priester von Midian und Schwiegervater des Mose.

Josef (Sohn Jakobs)

Josef oder Joseph (hebr. יוֹסֵף Jōsēf, Bedeutung: „Er fügt hinzu“) ist im Tanach und in der Bibel als zweitjüngster Sohn des Erzvaters Jakob einer der Stammväter der Zwölf Stämme Israels. Die Josefserzählung (Gen 37,ff ) stellt den Übergang von den Vätergeschichten im 1. Buch Mose zur Geschichte Israels im 2. Buch Mose her, die mit der Erwählung Moses beginnt.

Im Koran wird die biblische Josefstradition breit aufgenommen. Die gesamte zwölfte Sure ist Yusuf (so lautet sein arabischer Name) gewidmet.

Josua, der Sohn Nuns

Josua, der Sohn des Nun ist eine biblische Gestalt. Josua führte als Nachfolger des Mose die Israeliten bei der Eroberung des Landes Kanaan an.

Juda (Bibel)

Juda (hebräisch יְהוּדָה Jehuda) ist in der hebräischen Bibel der Name eines der Zwölf Stämme Israels. Namensgeber ist der vierte Sohn des Stammvaters Jakob und seiner ersten Frau Lea. Aus seinem Stammesgebiet ging um 933 v. Chr. das Königreich Juda, spätestens 520 v. Chr. die persische Provinz Jehud und um 100 v. Chr. die römische Provinz Judäa hervor. Von Juda leiten sich die Bezeichnungen Judäer und Juden ab.

Leviten

Die Leviten, genannt nach dem Stammvater Levi (hebräisch לֵוִי), sind einer der Zwölf Stämme Israels, die nach dem Tanach bzw. dem Alten Testament von den Söhnen Jakobs abstammen.

Manna

Als Manna oder auch Himmelsbrot wird in der Bibel (2 Mos 16 ) die Speise bezeichnet, die den Israeliten auf ihrer 40-jährigen Wanderschaft durch die Wüste als Nahrung diente.

Midian

Midian (hebräisch מִדְיָן) ist der Name des Stammvaters der Midianiter im Tanach, der hebräischen Bibel. So heißt dort zugleich dieses Volk und sein Siedlungsgebiet. Der Name bedeutet wörtlich „Streitsache“ oder „Gerichtsurteil“ (arabisch مَدْيَن madyan).

Mirjam (Prophetin)

Mirjam (hebr. מִרְיָם; arabisch مریم یاغی) war nach Überlieferung des Alten Testaments die Schwester Moses und Aarons und eine Prophetin.

Mischkan

Mischkan (hebräisch מִשְׁכַּן „Wohnung“), zu Deutsch meist als Stiftshütte wiedergegeben, ist das transportable Heiligtum, welches nach dem Tanach, der jüdischen Bibel, das Volk Israel auf seinen Wanderungen nach dem Auszug aus Ägypten mitführte, bevor ein permanentes Zentralheiligtum errichtet wurde.

Naftali

Naftali (hebräisch נַפְתָּלִי = mein Kampf) war der sechste Sohn Jakobs und der zweite mit Bilha, der Leibmagd Rahels (Gen 35,25 ). Naftali ist einer der zwölf Stammväter Israels.

In der Tradition ist die Gazelle bzw. der Hirsch das Wappentier Naftalis, nachdem der biblische Jakob Naftali mit einem schnellen Hirsch verglichen hat (Gen 49,21). In der Neuzeit wurde deshalb der jüdische Name Naftali als "Hirsch" eingedeutscht.

Pessach

Pessach, auch Passa, Passah oder Pascha genannt (hebräisch פֶּסַח pésach, ; aramäisch פַּסְחָא pas’cha; (Septuaginta und NT:) griechisch πάσχα pás’cha, deutsch ‚Vorüberschreiten‘), gehört zu den wichtigsten Festen des Judentums. Das Fest erinnert an den Auszug aus Ägypten (Exodus), also die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei, von der das 2. Buch Mose im Tanach erzählt. Die Nacherzählung (Haggada) dieses Geschehens verbindet jede neue Generation der Juden mit ihrer zentralen Befreiungserfahrung.

Das Pessach wird von Juden in der Woche vom 15. bis 22., in Israel bis zum 21. Nisan gefeiert. Es ist ein Familienfest mit verschiedenen Riten, das mit dem Sederabend am 14. Nisan eingeleitet wird und dem einwöchigen Verzehr von Matzen. Deshalb heißt es auch „Fest der ungesäuerten Brote“.

In der Zeit des zweiten Jerusalemer Tempels, also zwischen etwa 530 vor und 70 nach Chr., gehörte Pessach neben Schawuot (dem Wochenfest) und Sukkot (dem Laubhüttenfest) zu den drei israelitischen Wallfahrtsfesten, an denen die Gläubigen zum Tempelberg pilgerten.

Sebulon

Sebulon (auch Zebulon, hebräisch זְבוּלוּן) ist der zehnte Sohn Jakobs in der Bibel (vgl. Gen 35,23 ). Seine Mutter war Lea, die erste Frau Jakobs. Er war der jüngste ihrer sechs Söhne, während seine übrigen Halbbrüder andere Mütter hatten (vgl. Gen 29,31 – 30,24).

Simeon (Altes Testament)

Simeon (griech.-lat. Transkription von hebräisch שִׁמְעוֹן Schim'on; die verbreitete Form ist der männliche Vorname Simon) ist im Tanach einer der 12 Söhne Jakobs und Stammvater eines der Zwölf Stämme Israels.

Er ist der zweite Sohn Jakobs und Leas nach Ruben. Von ihm wird in den biblischen Erzählungen unter anderem von einem Rachefeldzug mit seinen Brüdern gegen einen kanaanäischen Stadtstaat berichtet, nachdem dessen König seine Schwester Dina vergewaltigt hatte (Gen 34 ). In der Josefgeschichte wird Simeon von seinem Bruder Josef in Ägypten gefangen gehalten, bis seine Brüder mit Benjamin wiederkommen (Gen 42,24 ). Später kündete sein Vater ihm vor seinem Tod die Zerstreuung seiner Nachkommen, also den Untergang seines Stammes, an (Gen 49,5–7 ). Nach Ex 6,15 hat Simeon fünf Söhne: Jemuël, Jamin, Ohad, Jachin, Zohar und Schaul. Mutter Schauls ist eine Kanaaniterin.

In der pseudepigraphen Schrift der Testamente der zwölf Patriarchen wird ebenfalls auf Simeons Neid und Hass angesprochen. Sein fehlendes Mitleid bereut er zutiefst, denn Mitleid und Erbarmen sind in den Patriarchentestamenten herausragende Tugenden. So mahnt er seine Nachkommen, es ihm nicht gleichzutun.

Den Namen Simeon trugen später auch andere Israeliten. So erwähnt Lk 2,25–35 einen Simeon neben der Prophetin Hanna (Lk 2,36–38 ) in der Erzählung von der Darstellung Jesu im Tempel. Biblische Träger des Kurznamens Simon waren der Jünger Jesu und spätere Apostel Simon Petrus, ein weiterer Jünger Simon (Beiname Zelotes) und der Zauberer Simon Magus (Apg 8,9–25 ).

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